Pannen-Gutachten wird heute vorgestellt: Die 140 Risiken der Bundeswehr

Pannen-Gutachten wird heute vorgestellt: Die 140 Risiken der Bundeswehr

Verteidigungsministerin von der Leyen sieht viele Gründe für den teilweisen maroden Zustand der Bundeswehr-Ausrüstung. Ein unabhängiges Gutachten soll heute die größten Probleme offen legen.

Diese Lage habe sich in Jahren, wenn nicht Jahrzehnten aufgebaut, sagte die Ministerin der ARD am Sonntag. Dennoch müsse Deutschland eine wachsende Verantwortung bei der Krisenlösung in der Welt übernehmen. So überlege die Bundesregierung zusammen mit Frankreich, ob Deutschland unter dem Dach der OSZE die Einhaltung des Waffenstillstands in der Ostukraine überwachen könnte. Ob das einen Bundeswehreinsatz bedeute, der vom Bundestag ein Mandat erhalten müsse, sei noch zu früh, sagte die Ministerin. Sie machte aber auch klar, dass die Bundeswehr mittelfristig mehr Geld benötige.

Einsatzbereitschaft der Waffensysteme der Bundeswehr

  • Die Mängelliste der Bundeswehr

    Ein nicht unerheblicher Teil des Materials der Bundeswehr ist momentan nicht einsatzfähig. Es fehlt auch an Ersatzteilen. Besonders beim Fluggerät sind die Ausfälle gravierend. Das geht aus einem Bericht der Bundeswehr hervor.

    Quellen: Bundeswehr/dpa

  • Hubschrauber "Tiger"

    Bestand: 31

    Nicht einsatzbereit: 21

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 10

  • Hubschrauber NH90

    Bestand: 33

    Nicht einsatzbereit: 25

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 8

  • Hubschrauber "Sea King"

    Bestand: 21

    Nicht einsatzbereit: 6

    In Wartung / Instandsetzung: 12

    Einsatzbereit: 3

  • Hubschrauber "Sea Lynx"

    Bestand: 22

    Nicht einsatzbereit: 4

    In Wartung / Instandsetzung: 14

    Einsatzbereit: 4

  • Hubschrauber CH53

    Bestand: 83

    Nicht einsatzbereit: 40

    In Wartung / Instandsetzung: 27

    Einsatzbereit: 16

  • Kampfjet "Eurofighter"

    Bestand: 109

    Nicht einsatzbereit: 35

    In Wartung / Instandsetzung: 32

    Einsatzbereit: 42

  • Kampfjet "Tornado"

    Bestand: 89

    Nicht einsatzbereit: 23

    In Wartung / Instandsetzung: 28

    Einsatzbereit: 38

  • Korvette K130

    Bestand: 5

    Nicht einsatzbereit: 3

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 2

  • Fregatten

    Bestand: 11

    Nicht einsatzbereit: 3

    In Wartung / Instandsetzung: 1

    Einsatzbereit: 7

  • U-Boot U212

    Bestand: 4

    Nicht einsatzbereit: 3

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 1

  • Panzer "Marder"

    Bestand: 406

    Nicht einsatzbereit: 126

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 280

  • Truppentransporter "Boxer"

    Bestand: 180

    Nicht einsatzbereit: 110

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 70

Mit den Brandherden Ukraine, dem Mittleren Osten und Ebola seien Krisen da, "die sozusagen (...) danach rufen, dass wir Verantwortung übernehmen", sagte von der Leyen. "Und wir können das auch", unterstrich sie trotz der aktuellen Probleme bei Rüstungsprojekten und bei Ausrüstungsgütern in der Bundeswehr. Was zusätzliche Mittel für die Bundeswehr angehe, so sei das keine kurzfristige Frage. "Aber wir werden mittelfristig mehr leisten müssen und das kostet Geld" machte von der Leyen klar. Zur Überwachung des Waffenstillstands in der Ostukraine mit Drohen merkte die Ministerin an: "Hier prüfen Deutschland und Frankreich, ob wir dieses leisten können." Ob dafür ein Bundestagsmandat nötig sei, ließ die Ministerin offen.

Zu den Konsequenzen des am Wochenende bekanntgewordenen Gutachten über das Management von Rüstungsprojekten sagte von der Leyen: "Da kommt einiges an Arbeit auf uns zu". Es habe einerseits handwerkliche Fehler in der Bundeswehr, aber auch der Industrie über Jahre gegeben. "Und das sind gigantische Projekte", unterstrich sie. "Es ist richtig, dass viele dieser Großprojekte viel zu spät kommen ... und sehr viel zu teuer sind", räumte sie ein. Für solche große Vorhaben sei die Bundeswehr überfordert gewesen, sagte sie und sprach auch von Regressforderungen.

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Von der Leyen bestätigte auch, dass das umstrittene Drohnen-Projekt Euro Hawk, das von ihrem Vorgänger Thomas de Maiziere gestoppt worden war, wiederbelebt werden könnte. In Euro Hawk sei eine Technologie, die man noch brauche. Das unabhängige Gutachten von Experten, dass der Ministerin am Montag offiziell übergeben werden soll, bescheinigt dem Verteidigungsministerium und der Bundeswehr nach Medienberichten schwere Mängel und Misswirtschaft bei Großprojekten. Von rund 140 Problemen und Risiken ist die Rede.

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