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Parlamentarier-Bonus: Airlines beschenken Volksvertreter

von Jan Willmroth

Air Berlin hat Bundestagsabgeordneten im Herbst 2008 Bonuskarten geschenkt - nur für Dienstreisen, abgestimmt mit dem Bundestag. Nicht nur diese Fluggesellschaft macht Parlamentarier zu Premium-Kunden. Korruptionswächter finden das fragwürdig.

Werbung für Air Berlin in Düsseldorf: Vorsprung durch Service im Kampf um reisende Manager Quelle: AP
Werbung für Air Berlin in Düsseldorf: Vorsprung durch Service im Kampf um reisende Manager Quelle: AP

Viele Fluggäste würden es sich wünschen: Einfach an der Schlange vorbeispazieren, beim Sicherheits-Check-In am Flughafen bevorzugt werden, und dann im Flugzeug dort Platz nehmen, wo sie die meiste Beinfreiheit haben. Das bleibt aber Vielfliegern vorbehalten, die Zehntausende Bonusmeilen gesammelt haben und eine goldene Kundenkarte haben. Oder Bundestagsabgeordneten.

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Denn wie jetzt bekannt wurde, hat Air Berlin allen Berliner Parlamentariern im September 2008 einen freundlichen Brief mitsamt ihrer „Topbonus Card Gold“ geschickt, die sie seitdem genehmigt von der Bundestagsverwaltung beruflich nutzen dürfen. Die Standard-Bonuskarte war gleich mit dabei, auch für private Zwecke. Eine Ausnahme ist die Fluggesellschaft damit nicht: Auch die Lufthansa stellt Bundestagsangehörigen aller Couleur eine „Senatorenkarte“ aus. Das sei seit den siebziger Jahren so üblich und der Bundestag bittet sogar darum, erklärte ein Sprecher.

"Genauso hinten anstellen wie die anderen"

Die Bundestagsverwaltung erklärte, beruflich gesammelte Bonusmeilen müssten auf jeden Fall wieder beruflich eingesetzt werden. Einziger Haken: Es kontrolliert niemand.

Die Organisation Transparency International sieht in dieser Praxis schon den Nährboden für Korruption. „Wir haben nichts dagegen, wenn Abgeordnete Bonusmeilen sammeln und die Bonusflüge rein dienstlicher Natur sind“, sagt Transparency-Geschäftsführer Christian Humborg. „Sie sollten sich aber genauso hinten anstellen wie alle anderen.“ Vor allem die freundlichen Formulierungen in dem Air-Berlin-Brief sind den Korruptionswächtern sauer aufgestoßen.

Der Bundestag stehe vor großen Herausforderungen, schrieb der damalige Airline-Chef Joachim Hunold. Air Berlin wolle den Parlamentariern die volle Unterstützung bei der Bewältigung derselben zusichern. Das kann man nett finden – oder nah an der Grenze zur Einflussnahme sehen.

Nur eine Serviceleistung

Air Berlin bemüht sich nun, die Wogen zu glätten. Denn verboten ist das Vorgehen keineswegs. Der Deutsche Bundestag ist ein Großkunde der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. Da seien solche Service-Leistungen eine gängige Marketingmaßnahme, betont das Unternehmen. „Das ist eine Serviceleistung im Rahmen dieses Großkundenvertrags", sagt eine Sprecherin und will damit gleichzeitig ausdrücken, man gewähre keinen Rabatt, sondern nur gewisse Vorzüge.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.10.2011, 23:37 UhrAnonymer Benutzer: August der Starke

    Die Politkaste bekommst von vorne und hinten reingedrückt.
    Habens auch nötig die armen Sch.weine.
    Zahlen keine Steuern und keine Sozialabgaben, simsen und reisen
    und labern rum; die einzige Sorge ist das "Profil".
    Man erinnere sich noch an die letzte Olympiade. Dort waren Abgeordnete zu Hauf, auf Speseen, d.h. die Steuerzahler haben der
    Luxusvisiten bezahlt. Fressen, saufen, vögeln. Das alte Rom war
    ein Kloster gegen diese Völlerei.

  • 13.10.2011, 23:25 UhrAnonymer Benutzer: Für Air Berlin..

    .. hat sich die bestechung der Abgeordneten etc also gelohnt :

    in berlin dürfen die fliegenden Lastwagen Tag und Nacht die bevölkerung peinigen.

  • 13.10.2011, 13:23 UhrAnonymer Benutzer: Bilanzfälscher

    Darf denn das verehrte Publikum auch wissen,
    wie die von Airberlin an Aktionäre ausgeschütteten
    Dividenden waren?

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