Partei-Vize Schäfer-Gümbel: SPD darf nicht "nur im eigenen Saft schmoren"

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Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel fordert das Programm der SPD weiter zu entwickeln

von Max Haerder

In der Debatte um das SPD -Wirtschaftsprofil kündigt Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel Unterstützung von außen an. Ab dem Herbst plant die SPD Themenlabore, um das eigene Programm weiterzuentwickeln.

„In die Labore werden wir ausdrücklich kluge Leute ohne Parteibuch, Wissenschaftler und auch die Wirtschaft einladen“, sagte Schäfer-Gümbel der WirtschaftsWoche. „Wir werden nicht nur im eigenen Saft schmoren.“

Vom Wirtschaftsflügel der SPD gibt es neue Forderungen nach einem klaren ökonomischen Profil. „Wir sind in der Industriepolitik gut aufgestellt. Aber wir haben Nachholbedarf bei den kleinen Mittelständlern, den Freiberuflern“, sagte Christian Flisek, Chef der Selbstständigen-Vertretung in der SPD, der WirtschaftsWoche. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns nur als Partei der Angestellten zu definieren. Dann schließen wir Leistungsträger aus“, so Flisek. Langfristiges Ziel müsse ein Wirtschaftsrat der SPD sein. „Wer fährt die liberale Dividende ein? Das müssen wir sein“, forderte Flisek mit Blick auf die FDP.

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Die Geschichte der SPD

  • 1863

    Ferdinand Lassalle gründet am 23. Mai den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) in Leipzig, der Vorläufer der SPD. Das Datum gilt als Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie.

  • 1891

    Auf einem Parteitag in Erfurt gibt sich die SPD ein neues Programm und wird zur Massenpartei - für die Rechte von Arbeitern.

  • 1918

    Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann am 9. November in Berlin die Republik aus. SPD und USPD bilden für kurze Zeit eine Revolutionsregierung.

  • 1919

    Nach den Wahlen zur Nationalversammlung wird der Sozialdemokrat Friedrich Ebert Reichspräsident.

  • 1933

    Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar endet die Weimarer Republik. Die Sozialdemokraten lehnen am 23. März das Ermächtigungsgesetz ab, im Juni verbietet Hitler die SPD. In der Folge werden zahlreiche Sozialdemokraten verfolgt, ermordet und in Konzentrationslagern eingesperrt.

  • 1946

    SPD und KPD werden in der sowjetischen Besatzungszone unter Druck zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vereint.

  • 1959

    Mit dem Godesberger Programm wandelt sich die SPD im Westen von einer Klassen- zu einer pluralistischen Volkspartei.

  • 1966

    Zum ersten Mal ist die SPD in der Bundesrepublik an einer Regierung beteiligt: der Großen Koalition mit der CDU/CSU.

  • 1969

    Willy Brandt ist Bundeskanzler der SPD/FDP-Koalitionsregierung. Nach seinem Rücktritt wegen der Affäre um den DDR-Spion Günter Guillaume folgt ab 1974 Helmut Schmidt als Kanzler (bis 1982).

  • 1990

    West- und Ost-SPD vereinigen sich zu einer gesamtdeutschen SPD.

  • 1998

    Dritter SPD-Bundeskanzler wird Gerhard Schröder (bis 2005). Die SPD regiert mit den Grünen. Mit dem Namen Schröder sind auch die umstrittenen Arbeitsmarktreformen der „Agenda 2010“ verbunden.

  • 2009

    Die SPD kommt mit Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier auf nur 23 Prozent der Stimmen und verliert ihre Regierungsbeteiligung.

Aus dem Unternehmerlager kommt dennoch Skepsis. „Wirtschaftskompetenz ist keine Lampe, da können sie nicht von jetzt auf gleich den Lichtschalter umlegen und alles ist hell“, sagte Lutz Goebel, Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer, der WirtschaftsWoche. „Zunächst müsste die große Koalition ein paar Vorhaben im Giftschrank lassen.“ Die Pläne zur Regulierung von Werkverträgen und der Zeitarbeit müssten beendet werden.

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