Parteien: Vorkämpferinnen bei der CSU

Parteien: Vorkämpferinnen bei der CSU

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Die CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer gilt als Hoffnungsträgerin

Die CSU befindet sich vor der Landtagswahl im personellen Umbruch – dabei betont die Partei der Traditionalisten ihre weibliche Seite.

Erwin Huber zeigte sich von seiner charmanten Seite. „Unsere politischen Wahlerfolge fußen zum größten Teil auf der politischen Klugheit der Frauen“, schmeichelte der CSU-Vorsitzende den anwesenden Damen bei der Abendveranstaltung zum CSU-Parteitag Ende vergangener Woche in Nürnberg. Bereits tagsüber hatte Huber die weiblichen Delegierten umgarnt: „Wir haben das modernste Frauenbild aller Parteien.“

Gut zwei Monate vor den bayrischen Landtagswahlen gibt sich die CSU betont feminin. Den Parteitag moderierte Generalsekretärin und Vorzeige-Frau Christine Haderthauer, ausschweifend widmeten sich sowohl Huber als auch Ministerpräsident Günther Beckstein den Themen Bildungs- und Familienpolitik.

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Strategie: "Verweiblichung der Partei"

„Ohne Frauen werden wir nicht die große Volkspartei bleiben“, sagt Erwin Huber. Konsequent betreibt er seine neue Strategie: die „Verweiblichung der Partei“. Tatsächlich haben die Christsozialen Nachholbedarf: Keinen einzigen Ausschussvorsitz im bayrischen Landtag hat eine CSU-Frau inne, und für die Landtagswahl sind gerade einmal 17 Direktkandidatinnen nominiert – bei 91 Kandidaten insgesamt. An der Basis sieht es noch düsterer aus: Lediglich einer der zehn mächtigen Bezirksvorsitzenden-Posten ist mit einer CSU-Frau besetzt.

Umso erstaunlicher, dass die CSU eine Partei ist, die stärker von Frauen als von Männern gewählt wird. Will sie diese sichere Bank nicht verspielen – hat die Parteispitze längst erkannt –, muss sie sich im Gleichschritt mit den Frauen wandeln, personell und bei den Themen. „Wer für 50 plus X kämpft, muss prüfen, wo er Defizite hat“, sagt der Passauer Politikprofessor Heinrich Oberreuter. Vor allem bei Frauen zwischen 35 und 45 – so zeigen Wahlanalysen – schwächelt die Partei. „Für die CSU sind die Themen, die die Lebenswelt dieser Frauen betreffen, eine ernsthafte Herausforderung“, sagt Oberreuter.

Ob Vätermonate, Kinderkrippen oder Ganztagsschulen, die im Beharren geübte Partei hat sich in den vergangenen Monaten nach Kräften bemüht, das Image biederer Hausfrauen-Ehen-Politik abzustreifen. „Wir wollen diejenigen Frauen als Wähler, die Frauenministerin von der Leyen anspricht, genauso wie diejenigen, die Bischof Mixa anspricht“, sagt Günther Beckstein.

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