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Parteiführung: SPD probt den personellen Befreiungsschlag

von Cornelia Schmergal (Berlin)

Die Sozialdemokratie liebäugelt mit einer neuen Doppelspitze. Ein Kommentar von Wirtschaftswoche-Reporterin Cornelia Schmergal.

Sigmar Gabriel (r.) und Quelle: dpa
Sigmar Gabriel (r.) und Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa
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Eines muss man der SPD lassen: Langeweile kommt mit der deutschen Sozialdemokratie bestimmt nicht auf. Kaum 48 Stunden nach ihrer desaströsen Wahlniederlage stellt die SPD ihr komplettes Spitzenpersonal neu auf. Viel neuer, als sie das eigentlich wollte.

Die Nachrichten im Zeitraffer: Am heutigen Nachmittag hatte sich die neue Bundestagsfraktion im Reichstag versammelt, um Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zum neuen Fraktionsvorsitzenden zu wählen – und damit zum Oppositionsführer. Eine Wahl, die etwas Ruhe in die gebeutelten Reihen der Sozialdemokratie bringen sollte. Zumindest in der Theorie.

Alles neu an der Spitze

In der Praxis meuterten einige Abgeordnete vor der Sitzung, dass man die Wahl doch besser noch einmal verschieben solle. Schließlich gab SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bekannt, dass er sein Amt zur Verfügung stellen wolle. Bald darauf vermeldete auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück seinen Rückzug aus der SPD-Spitze. Und am Ende erklärte auch Steinmeier selbst, dass er auf eine Doppelfunktion in Partei und Fraktion verzichte – er wolle im November nicht zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt werden.

Und wieder alles neu: Als neuer Parteivorsitzender ist nun der bisherige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel im Gespräch, als Kandidatin für das Amt der Generalsekretärin gilt die Parteilinke Andrea Nahles

Andrea Nahles Quelle: AP
Andrea Nahles Quelle: AP

Die SPD steuert wieder auf eine Doppelspitze in Fraktion und Partei zu. Auf den ersten Blick wirkt der Vorschlag aber verrückt: Der besonnene Kanzlerkandidat und Agenda-Architekt Steinmeier ausgerechnet als Oppositionsführer? Der brilliante Redner, aber in der SPD nicht unbedingt perfekt vernetzte Pragmatiker Gabriel ausgerechnet als Parteichef? Und dazu eine Generalsekretärin, die die derzeit wohl exponierteste Vertreterin des linken Parteiflügels ist?

Aber tatsächlich wird das neue Personaltableau ohne die kämpferische Andrea Nahles nicht funktionieren. Das hat sie beiden Männern voraus: Sie ist eine perfekte Taktiererin der Macht, als Generalsekretärin könnte sie hier das perfekte Scharnier sein. In der  Sozialdemokratie ist sie bis in den letzten Bezirk perfekt verdrahtet und weiß, wie man Mehrheiten organisiert. Vor allem in der Parteilinke. Das ist der Vorteil.

Und nun der Nachteil: Steinmeier-Gabriel-Nahles, das bedeutet inhaltlich allerdings auch  Konservativ-Pragmatisch-Weitlinks. Oder noch kürzer: völlig unbestimmt. Wohin die SPD mit einem solchen neuen Dreigestirn inhaltlich steuern soll, bleibt ungewisser denn ja. 

23 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.10.2009, 15:23 UhrAnonymer Benutzer: Gerd Schröder

    Da kann man mal sehen, woher der Wind weht. Wenn sich jetzt schon son mieser Heringsbändiger wie Stasi-Mielke aus der Deckung wagt, dann hängt Pannas am Flaggmast. Dieser alte Schlappenschammes hätte doch die eigene Oma noch auf der Toilette überwachen lassen. Und wie der sich bei Margot, dieser turboblau gefärbten Zimtziege, anbiedert, das is ja peinlich. ich freu mich richtig, wenn Oskar, der sich ja schon in den 80er Jahren hinter der Kulisse mit den SED-Chargen verbrüdert hat, künftig bei Margot zum Rapport erscheinen muß. Das wird ihm gut gefallen, wenn er sich den Tagesbefehl abholen darf. Mein Freund Putin sacht, daß wir uns eigentlich die Wiedervereinigung hätten sparen können, weil die Deutschen so blöd sind, sich ihre Metzger jetzt sogar freiwillig zu wählen. Wo er Recht hat, hat er Recht, der Wladi. ich überleg gerade, ob wir unsere Gas-Pipeline nicht direkt nach Frankreich legen. Denn Deutschland hat in zehn Jahren eh kein Geld mehr, um unser Gas zu bezahlen.

  • 01.10.2009, 15:04 UhrAnonymer Benutzer: Erich Mielke

    Schon unser großer erich Honecker hat gesagt: Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf. Das haben jetzt auch unsere linken Genossen in der SPD begriffen, die nun mit uns zusammen für die Wiederherstellung der unvergleichlichen Deutschen Demokratischen Republik kämpfen. Nur wird diesmal auch die bRD in den Genuß unserer sozialistischen Errungenschaften kommen. Dazu gehören auch klare Wahlergebnisse. Wenn meine Leute vom MfS in den Wahllokalen gesessen hätten, dann hätten Gysi und die anderen Vorzeigegenossen schon diesmal die absolute Mehrheit geholt. Wofür haben wir denn Schwert und Schild der Partei ? Wenn wir endlich wieder das Sagen haben, wird sich sehr schnell einiges ändern im Arbeiter- und bauernstaat. Dann können sich all die elenden Faschisten, Kapitalisten, Revanchisten und Renegaten warm anziehen. Wir sind schon dabei, für diese unbelehrbaren Volksfeinde bautzen auszubauen. Da wird dann auch so ein Hetzer wie Schröder ein
    Plätzchen finden. Margot, die Frau unseres großen Vorsitzenden,
    hat kürzlich im Zentralkomittee darauf hingewiesen, daß wir dieses degenerierte Demokratie-Theater nur noch bis zur Machtergreifung mitmachen. Danach gibt es wieder kurzen Prozeß !

  • 01.10.2009, 14:41 UhrAnonymer Benutzer: Gerd Schröder

    Als Leute, ich sach mal so: Was unsere linken Parteischranzen jetzt so alles anstellen, das geht auf keine Kuhhaut. Da soll der Gabriel, der schon mit seinem Job als Pop-beauftragter überfordert war, den Parteivorsitz übernehmen. Die dicke Nahles träumt zusammen mit Frau intriganti von Volksfront-Koalitionen mit den DDR-beschönigern. Und Wowereit, den die Wähler in berlin zurecht wegen erwiesener Unfähigkeit abgestraft haben, spielt sich auf als Weltenretter. Was haben wir heute in der SPD nur für ein Personal ? Unter Willy brandt hätten solche geistigen Tiefflieger allenfalls nen Job im Archiv gekriecht. Man muß sich doch schämen für das intellektuelle Niveau dieser Pappnasen. Und wie die jetz mit Münte und Frank-Walter umgehen. Doris sacht immer, SPD stünde für "Spießig-piefig-dummdeubelig". Eigentlich müßt ich wieder übernehmen, um diesen Sauhaufen in Schuß zu bringen. Aber Doris meint, ich wär eh zu schade für die Politik. Und mein Freund Putin, der lupenreine Demokrat, sachte gestern beim Gazprom-Meeting,
    Demokratie wär eigentlich nix, wenn jeder Hansel mitquatschen dürfte. Am meisten ärger ich mich über Oskar, den Chefdramaturg dieses Polittheaters. Wie unsere Aushilfsstrategen dem alten Strippenzieher auf den Leim gehen, is en Fall für den Tierschutzverein. Wenns nach der dicken Nahles geht, gibts ohnehin bald ne neue SED unter Führung von dem Clown aus dem Saarland. Dann zieh ich um nach Moskau.

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