Parteigründung AfD: Meinungsforscher sieht Chancen

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Am Sonntag findet der Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland statt

von Henning Krumrey und Dieter Schnaas

Die CDU diskutiert, wie sie mit der neuen Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ umgehen soll, die am Sonntag in Berlin ihren Gründungsparteitag abhält.

Man dürfe „jetzt bloß nicht den Fehler machen, die in die Schmuddelecke zu stellen“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach der WirtschaftsWoche, der sich seit Jahren gegen den Eurorettungskurs seiner Partei wendet. Die Union habe „zu oft den Eindruck erweckt, es sei keine Debatte erwünscht“. Zwar rechnet Bosbach nicht damit, dass die Alternative den Sprung in den Bundestag schafft. Aber er hegt „die Befürchtung, dass Schwarz-Gelb die Stimmen für die AfD bitter fehlen könnten“.

Dieselbe Sorge treibt Klaus-Peter Willsch um, erster Rettungskritiker in der Unions-Fraktion, der Unzufriedene vor dem Übertritt zur AfD warnt: „Natürlich fühle ich mich in meinem Kampf gegen die verfehlte ‚Rettungsschirmpolitik‘ manchmal wie Don Quijote.“ Aber ihn stärke der Rückhalt an der Basis. „Wenn diese verloren geht, wird eine Neujustierung der Union immer schwieriger.“ Die politische Vormachtstellung der Union beruhe darauf, dass das bürgerliche Lager bisher nicht so zersplittert war wie das linke. Ein Einzug der AfD in den Bundestag bedeute deshalb „unweigerlich entweder eine große Koalition oder die Begünstigung eines linken Bündnisses.“

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Chancen dafür sieht Klaus-Peter Schöppner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Neben den klassischen Protestwählern, die „denen da oben, den Etablierten eins auswischen wollen“, sieht er noch eine zweite Strömung, bei der die AfD Erfolg haben könnte: „Die finanzkonservativen Bildungsbürger haben derzeit keine Heimat und parken bei den Nichtwählern.“ Zwar sei es für echte Prognosen oder gar Umfragen noch zu früh, aber: „Wenn die AfD Chancen auf fünf Prozent hat, dann kommen drei Prozent von den konservativen Nichtwählern und zwei Prozent von den Protestwählern“, sagte Schöppner der WirtschaftsWoche. Dagegen billigt Viola Neu, Wahlforscherin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, der Neugründung keine großen Chancen zu. Anti-europäische Stimmungen hätten schon andere Parteien nutzen wollen – „das ist nur für ein halbes Prozent gut. Die Wähler sind ja nicht unvernünftig. Die wissen: Was sollen wir denn jetzt mit der D-Mark?“ Und für eine „populistische Partei fehlt der AfD die charismatische Führungsfigur“.

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