Parteitag in Erfurt: Alles in Bewegung bei den Grünen

Parteitag in Erfurt: Alles in Bewegung bei den Grünen

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Der scheidende Bundesvorsitzende der Grünen, Reinhard Bütikofer, erhält von seiner Amtskollegin Claudia Roth einen Laptop mit Solaranlage auf dem Parteitag in Erfurt geschenkt

Auf dem Parteitag in Erfurt zeigen die Grünen, wie sie „mehr bewegen“ wollen – und nehmen das Motto dabei vor allem wörtlich.

Schon der erste von drei Tagen bot jede Menge Bewegung. Allerdings weniger im inhaltlich-politischen, sondern vor allem im wortwörtlichen Sinne: Auf und nieder ging es beim Applaus für den scheidenden Parteichef Reinhard Bütikofer, rein und raus aus dem sauerstoffarmen Saal, hin und her bei den energiepolitisch abenteuerlichen Anträgen. Und dann gab es noch die ganz besonders bewegenden Momente.

Da war der Einzug von Sepp Daxenberger, dem grünen Bauern aus Bayern, mit Blaskapelle. Die spielte Marschmusik zum sagenhaften Sieg bei der Landtagswahl, die Delegierten schunkelten frohgemut, Parteichefin Claudia Roth tanzte dazu spontan ein paar Takte. Bei uns ist immer noch Musik drin, sollte das wohl heißen. Das grüne Wählerpotenzial ist längst nicht ausgeschöpft, rief dann auch Daxenberger. In Bayern und im Bund sei noch einiges an Bewegung drin.

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Da waren die Anti-Atomkraft-Bewegten mit ihrem kurzen Film von der jüngsten Demonstration in Gorleben: Bilder von eher unbeweglichen Bürgern bei der Straßensperre, dazu routiniert bewegende Statements der Parteioberen und Jungpolitikerinnen wie Julia Seliger, die von der „super Stimmung“ dort offenbar so nachhaltig bewegt war, dass sie ihre Stimme dort gelassen hatte. Dann erhoben sich die Niedersachsen noch geschlossen von den Plätzen – alles sehr bewegend.

Doch der bewegendste Moment war der, als der Parteichef Abschied nahm. Erst dachte Bütikofer wohl, er könne sich nach seiner Rede mit einem knappen „Macht’s gut“ von dannen machen. Doch der sonst eher nüchterne Stratege bekam die volle Ladung Emotionen ab: Ein Andenken in Bildern, darunter Schnappschüsse aus sechs Jahren an der Spitze und Statements seiner Weggefährten. Verstohlen wischte „Büti“ sich eine Träne aus dem Auge – das alles bewege ihn schon sehr.

Weniger beweglich waren dagegen die Inhalte und Positionen: Atomkraft stoppen, den Bau neuer Kohlekraftwerke auch, mehr Windenergie auf dem Wasser installieren und überhaupt her mit der grünen Energiewende – koste es, was es wolle. Bei so viel Enthusiasmus wird schnell übersehen, dass fixe Ideen wie die, bis 2030 den Strom vollständig aus erneuerbaren Energien gewinnen zu können, weit übers Ziel hinausschießen.

So viel zur Bewegung – ohne inhaltliche Beweglichkeit. 

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