Pegida: Terror in Paris beschert Pegida keinen Zulauf

Pegida: Terror in Paris beschert Pegida keinen Zulauf

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Für Pegida ist die Lage klar: "Ein Angriff auf Paris ist ein Angriff auf Europa und damit auch auf Deutschland! Grenzen zu Frau Merkel. Es reicht!!!"

Als im Januar Islamisten einen Anschlag auf „Charlie Hebdo“ verüben, erhält Pegida in Dresden daraufhin den bisher größten Zulauf. Vom neuen Terror in Paris können die Islamfeinde dagegen kaum profitieren.

Das Gedenken an die Terroropfer in Paris hat der islamfeindlichen Pegida-Bewegung bei ihrer Montagsdemonstration in Dresden keine zusätzlichen Anhänger beschert. Im Gegenteil: Nach Schätzungen der Studentengruppe „Durchgezählt“ versammelten sich am Abend zwischen 7000 und 8000 Teilnehmer auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. In einer ersten Schätzung war die Gruppe noch von etwas höheren Zahlen ausgegangen. Vor einer Woche hatte Pegida bis zu 8500 Anhänger mobilisieren können.

Nach den Anschlägen auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Januar dieses Jahres in Paris hatten die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mehr als 20.000 Menschen auf die Straße gebracht. Es war die bislang höchste Teilnehmerzahl überhaupt.

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Das Vokabular von Pegida

  • Lügenpresse

    Bereits zu Beginn des 20. Jahrhundert geläufig, erlebte das Wort um 1940 eine Renaissance. Dahinter standen laut GfdS immer völkische und nationalistische Anliegen, die die staatlich gelenkte „Lügenpresse“ angeblich zu verschleiern versuchte. Aus Sicht der Protestierenden herrscht auch heute keine wirkliche Meinungsvielfalt oder Meinungsfreiheit. Aus ihrer Sicht bestimmen vielmehr Regierung oder System darüber, was veröffentlicht werden darf.

  • Volksverräter

    Der Volksverrat findet sich als Straftatbestand erstmals im Nationalsozialismus. Der heutige Gebrauch von „Volksverräter“ zielt nach Angaben der Gesellschaft darauf ab, die gewählten Volksvertreter eben als Verräter an „ihrem“ (sprich: dem deutschen) Volk zu bezeichnen. Vor der Zeit des Nationalsozialismus habe es den Straftatbestand des Hoch- und Landesverrats gegeben. Erst mit dem Wort Volksverrat habe die Straftat aber einen klaren Bezug zur Nationalität erhalten, da mit den bis dahin üblichen Bezeichnungen nicht auf eine völkische oder ethnische Zugehörigkeit Bezug genommen wurde.

  • Abendland

    Laut Wörterbuch Grimm ist die Bedeutung „westlich gelegenes Land“, zunächst also rein geografisch und ohne Bezug zu einer bestimmten Nation, Kultur oder Religion. Ideologisch besetzt ist das Wort jedoch nach Angaben der Sprachforscher durch das Hauptwerk des Geschichtsphilosophen Oswald Spengler „Der Untergang des Abendlandes“, das klare antidemokratische Züge aufweist. Spengler sah die abendländische Kultur im Untergang begriffen und hielt die freiheitliche Demokratie für ein (unausweichliches) Stadium zum Niedergang.

  • Überfremdung

    Im Duden bereits 1929 verzeichnet, 1993 Unwort des Jahres. Auch hier gibt es laut GfdS einen klaren Bezug zur Sprache des Nationalsozialismus. So sprach Joseph Goebbels 1933 von „Überfremdung des deutschen Geisteslebens durch das Judentum“. Heutzutage seien eher andere Gruppen gemeint, das Wort habe sich hartnäckig gehalten.

  • Wir sind das Volk

    Ruf bei den Montagsdemonstrationen in der DDR, später abgewandelt zu „Wir sind ein Volk“ - im Hinblick auf die Wiedervereinigung nach dem Mauerfall. Heute von Pegida aufgenommen - genau wie die Tradition der Montagsdemos - zur Abgrenzung gegenüber Zuwanderern, vor allem solchen muslimischen Glaubens.

Die Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling sprach am Montagabend davon, dass mit den Flüchtlingen auch Terroristen nach Europa kämen. Das zeige der syrische Pass, der im Zuge der Terroranschläge in Paris in der Nähe eines toten Attentäters gefunden wurde. Ob der Pass überhaupt echt ist, war am Montag jedoch weiterhin unklar.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte vor der Kundgebung am Montag davor gewarnt, die Anschläge von Paris politisch zu missbrauchen. Es dürfe keine Politik auf dem Rücken der Flüchtlinge gemacht werden. Gegen Pegida gingen am Montagabend etwa 1000 bis 1500 Menschen auf die Straße. Sie waren dem Aufruf der Gruppe Gepida - „Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter“ - gefolgt.

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