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Personalnot in der CSU: Der Fall Glos - Seehofers Problem

von Christian Ramthun

Der bayerische Löwe schwächelt in Berlin: Wirtschaftsminister Glos will nicht mehr, Landwirtschaftsministerin Aigner ist noch nicht da.

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Ramthun
Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Ramthun

Es ist das letzte Scharmützel zwischen zwei großen Politikprofis. Michael Glos entzieht sich den bohrenden Stichen seines CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer mit einer erstaunlichen Parade: Er reicht seinen Rücktritt als Bundeswirtschaftsminister ein! Und Seehofer? Der völlig überrumpelte Parteichef lehnt ab - vorerst. Denn es ist klar, dass die Amtszeit des amtsmüden Glos abgelaufen ist. Seehofer muss nun auf den wichtigen Ministerposten ein neues Schwergewicht hieven. Aber wen?

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Nach der Übernahme des CSU-Vorsitzes und des bayerischen Ministerpräsidentenamtes hat Seehofer seiner angeschlagenen Partei eine Verjüngungskur verordnet. Der Ingolstädter holte vielversprechende Nachwuchskräfte, Karl-Theodor zu Guttenberg ist jetzt Generalsekretär, Georg Fahrenschon wurde bayerischer Finanzminister.

Weniger Erfolg hat Seehofer bislang mit Ilse Aigner, die er zu seiner Nachfolgerin als Bundeslandwirtschaftsministerin bestimmte; sie muss sich offensichtlich erst noch in die verzwickte Materie von Agrarmarktordnungen und Verbraucherschutzthemen in einem großen Ministerium einarbeiten.

Die plötzliche Personalnot hängt mit der Person Seehofer zusammen. Der begnadete Politiker ist ein Einzelgänger. Netzwerke hat er sich nie geschaffen, immer nur sich selbst, seinem scharfen Verstand und seinem populistischen Gefühl vertraut. Nun steht Seehofer allein in München an der Spitze. Den alten Parteikollegen misstraut er, viele missachtet er. Auch Bundeswirtschaftsminister Glos bekam oft zu spüren, dass er nicht Seehofers Ansprüchen genüge, dass er auf dem Berliner Parkett mehr bringen müsse.

Dass nun Seehofer heimlich einen anderen CSU-Mann in Berlin als Wirtschaftspolitiker installieren wollte, war für den alten Kämpen zu viel. Glos bietet sein Amt an und zeigt darin Größe. Was nun folgt, ist indes eine Posse. Für die Wahlen zum Europaparlament und zum Bundestag kann das nicht gut sein.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.02.2009, 23:10 UhrAnonymer Benutzer: Helmut Kröske

    Nicht die bereits seit Jahren kompetente Staatssekretärin, Frau Dagmar Wöhrl, die schon Vorträge vor Wirtschaftler des Mittelstandes gehalten hat, als Herr von und zu Guttenberg noch mit dem Schnuller herumgelaufen ist, nein die Krönung erfolg jetzt, ihr wird dieser sog. Auslandssachverständige auch noch vorgesetzt, von Wirtschaftskompetenz keine Ahnung. Wo bleibt hier die geforderte Kompetenz und der Sachverstand, wo bleibt hier das bessere Frauenverständnis in der CSU. Der / die bessere Sachverwalterin sollte dieses Amt übernehmen. Die Rache der Franken in Nürnberg wird sich bei den nächsten Wahlen über die CSU`ler Clique aus München voll ergießen, der große Seehoferversteher von und zu Guttenberg übernimmt, der große Oberbayer in berlin, Herr Ramsauer, hält sich tapfer zurück, er kann sich vorstellen, dass man in einem halben Jahr der Regierung keine tollen Preise mehr ernten kann. Er überlässt das Feld großzügig dem "best Frend of Seehofer", angeblich, kurz nach den nächsten Schwierigkeiten wird er wieder die Messer mit seinen oberbayerischen Clans wetzen. Deshalb bin ich für ein freies Franken mit den unabhängigen Wählern, unabhängig von den intriganten Oberbayern und sonstigen Freunden. Wer solche Parteifreunde hat bracht keine Feinde mehr. Es ist eine Schande wie man mit Dagmar Wöhrl umgeht

  • 08.02.2009, 22:13 UhrAnonymer Benutzer: Ja,Ja...

    @ JOKER 10 :
    keine angst - die wlt macht sich über D nicht lustig:
    das innerbayerische scharmützel wird von
    "der welt "garnicht zur kenntnis genommen.
    so wichtig sind wir auch wieder nicht.

    PS:
    es ist aber schon interessant:
    es wird kein fähiger FACHMANN gesucht sondern ein (aus münchen) manipulierbarer "FRANKE"....

  • 08.02.2009, 21:46 UhrAnonymer Benutzer: Joker10

    Herr Seehofer ist nicht Franz-Josef-Strauß !
    Minister Glos ist zu ehrlich um das dummgeile Spielchen von
    Herrn Seehofer mitzumachen, man muss ganz einfach den Hut
    ziehen vor diesem Mann.
    Schade, dass das Ansehen der bundesrepublik wegen diesem
    zwielichtigen Parteivorsitzeden leiden wird; die Welt macht sich
    lustig über Deutschland. Seehofer sollte sich um seine verkommenen banken in bayern kümmern, und ansonsten
    sehr bescheiden bleiben.

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