Pflegereform: Turnen gegen Alzheimer

08. Oktober 2011
Eine Altenpflegerin hilft Quelle: dpaBild vergrößern
Eine Altenpflegerin hilft Helga Malangre in der DemenzWG in Köln auf die Beine. Mit Sport kann Alzheimer entgegengewirkt werden. Foto: Oliver Berg dpa/lnw Quelle: dpa
von Elisabth Niejahr Zeit

Sport und Gedächtnistraining – die Politik ignoriert das billigste Präventionsprogramm gegen steigende Pflegekosten.

So also sieht Kampfsport für Grauhaarige aus: Neun Erwachsene stehen aufgereiht in einer Berliner Turnhalle, straffen ihre Schultern, schieben ein Bein schräg nach vorn und wippen in den Kniegelenken. Einige bewegen sich geschmeidig, andere haben erkennbar Mühe. "Elegant geht anders, Oli, aber macht ja nix", ruft Trainer Carsten Brunner und versucht, aufmunternd zu gucken. Oliver Pohl, 47, Dirigent und Konzertpianist, ist zum ersten Mal beim Training. Nach einem Bandscheibenvorfall hat er sich für Budomotion angemeldet, ein neues Angebot in Brunners Karateschule. Er müsse bei der Arbeit viel sitzen, manchmal verspannt, und das vermutlich noch viele Jahre, sagt Pohl. Je länger er fit sei, desto länger könne er Geld verdienen. In Brunners Karateschule gibt es längst mehr Erwachsene wie Pohl als Jugendliche. Nachwuchs zu finden sei viel schwerer als Ältere, sagt der Trainer.

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Kleiner Aufwand, große Wirkung

Entsprechend sehen auch die Angebote aus. Budomotion ist neu im Programm, eine sanfte Version von Karate. Es ist einerseits so schonend, dass mehrere Krankenkassen für die ersten sechs Unterrichtsstunden zahlen. Andererseits ist es doch ein Kampfsport, der besser und härter aussieht als Aquagymnastik oder Nordic Walking, aber die Gelenke ähnlich schont. Die Bewegung mit dem schnell vorgestreckten Knie kommt auch in vielen Kursen für Pflegebedürftige mit mürben Knochen vor, als Sturzprophylaxe. Man lernt zu fallen.

Kleiner Aufwand, große Wirkung, noch größere Zukunft – so würden Altersforscher zusammenfassen, was Brenner in seiner Berliner Karateschule anbietet. So unspektakulär sieht aus, was Experten für Pflege und Demenz zurzeit für die klügste Antwort auf ein großes Zukunftsproblem halten, den aller Voraussicht nach dramatischen Anstieg von Pflegefällen, wenn die Generation der Babyboomer alt ist. Während in Berlin in diesen Tagen heftig darum gerungen wird, wie die Pflegeversicherung so reformiert werden kann, dass sie für eine steigende Zahl von Pflegefällen Leistungen finanzieren kann, hat sich der Blick vieler Wissenschaftler auf das Problem in den vergangenen Jahren verschoben: Sie schauen auf den Lebensstil der heute noch berufstätigen, mittleren Generation, auf deren Ernährung, ihre Bewegung, ihre Belastungen. Bei den Forschern setzt sich ein neuer Blick auf die Pflegebedürftigkeit durch, vor allem auf die Volkskrankheit Demenz. Alzheimer, die häufigste Demenzerkrankung, ist kein Schicksal, lautet ihre Botschaft. Ihr Ausbruch lässt sich nicht verhindern, aber bremsen. Entscheidend für das Pflegerisiko eines 70-Jährigen ist der Lebensstil in den zwanzig bis dreißig Jahren davor. Daraus folgt: Wer einen Pflegenotstand verhindern will, muss sich heute dafür interessieren, wie die Alten von morgen leben.

In den USA müssen viele Menschen ihre Rente mit kleinen Jobs aufbessern

Ohne medizinische Fortschritte würde sich allein die Zahl der Demenzkranken in den kommenden zwanzig Jahren verdoppeln und bis 2050 von heute 1,2 auf 4,8 Millionen Menschen steigen. Wie stark diese Zahl tatsächlich anwächst und ob in den Jahren 2030 bis 2050 eine junge Generation von Berufstätigen tatsächlich extrem belastet wird von einer dramatisch gestiegenen Zahl von Pflegebedürftigen – das hängt nach der neueren Diskussion extrem davon ab, wie die Vertreter der geburtenstarken Jahrgänge bis dahin leben werden. Die Gesundheitsvorsorge ist mindestens so wichtig wie die finanzielle Vorsorge.

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Kommentare | 6Alle Kommentare
  • 08.10.2011, 15:22 Uhrhardy

    und in anderen Foren wurde das nachfolgende auch schon mitgeteilt. Hier soll es noch einmal erwähnt werden. Es gibt jetzt seit einigen Tagen ein buch auf dem Markt, wonach die Aussicht besteht, den Alzheimer aus dem menschlichen Körper zu verbannen. Was ist nun zu tun? Nun......es ist in 25 Jahren Forschungsarbeit ein Konzept entwickelt worden, wonach eine Vielzahl von Krankheiten verschwinden. Dazu kann auch der Alzheimer gehören. Was ist zu tun? Das buch....Ein Leben ohne Arzt und Apotheker....in der buchhandlung oder im internet unter Google bei Angabe des buchtitels sich zu beschaffen. Darin sich einzulesen und sogleich zu handeln. Es hat noch 2 Untertitel....Das Ende der Rückenschmerzen und der anderen Krankheiten.....und der Weg in die Zukunft für kranke und gesunde Menschen. besteht also die Aussicht von vielen Krankheiten, wozu auch die Demenz gezählt werden kann, geheilt zu werden? Ja, so ist es. Es ist also keine Zeit zu verlieren, sondern zu handeln......lesen und aktiv werden. Es ist sehr anschaulich geschrieben und für jeden Menschen durchführbar. Denn er hat alles an bord, an und in seinem Körper, was er dafür benötigt. So........und jetzt machen.
    Der Erfolg wird kommen, ganz sicher.

  • 08.10.2011, 16:57 UhrHeiler

    Welche Zukunft gibt es in dieser Schrottwelt? Der nackte Horror, inmitten dieser degenerierten Menschheit alt zu werden.
    Kaum hat man den rettenden Hafen der Demenz erreicht, kommen die unterbelichteten Helfer und fangen an mit einem zu turnen. Dieses ewige Gezerre an einem selbst und an anderen ist einfach UNERTRÄGLiCH!

    Laßt die Alten in Ruhe!
    Auch Du, mein Sohn Hardy!

  • 08.10.2011, 22:02 Uhrhardy

    hallo Heiler......Du hast mir auf meine Referenz geantwortet und ich möchte Dir ein paar Gedanken übersenden. Es ist keine Schrottwelt in der wir leben, vieles könnte besser sein, da hast Du recht. Und jetzt zu Deinen Vorwürfen. ich bin kein unterbelichteter Helfer, turnen kommt für mich auch nicht infrage und steht auch nicht im Focus, Gezerre an Menschen erst recht nicht, und unerträglich ist vieles, aber nicht alles. So Deine Worte bis hierher. Nur so viel zu Dir gesagt. Wenn ich könnte, würde ich Dir helfen, daß Du vielleicht wieder gesund wirst. Du solltest Dich nicht sperren, sondern neue informationen die Du nicht kennst, zulassen.
    Vielleicht würde Dir in unverhoffter Weise geholfen und Dein Leben würde einen völlig neuen Verlauf nehmen. Du hast doch nur das eine Leben, die eine Gesundheit, und darum solltest Du das buch lesen. ich hoffe, Du hörst mein Rufen und hast verstanden.
    Du hast doch noch nicht den Knipser betätigt, der Dein inneres Licht zum Erlöschen bringt. Also mein Junge, Du hast doch noch Lust am Leben, oder? Dies schreibt Dir ein Menschenfreund in hohen, sehr hohen Alter. Vielleicht noch älter, als Du es bist. ich sags Dir nicht. Hast Du noch Fragen? Raff Dich auf und handele. Spucke alle bitterkeit aus, symbolische gemeint, und lass neue Gedanken zu. Du, wie ich, wir haben beide noch ein Anrecht auf Leben. Und das wünsche ich Dir. Und vielleicht geschieht etwas, woran Du garnicht denkst. So..... ich wünsche Dir, daß bald für Dich Sonne wieder scheinen wird...............hardy

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