Piraten: Neue Finanzlücke bei der Piratenpartei

exklusivPiraten: Neue Finanzlücke bei der Piratenpartei

Bild vergrößern

Die Piraten bekommen weniger Geld als gedacht

von Oliver Voß

Die Piratenpartei muss im kommenden Jahr mit 100.000 Euro weniger auskommen, als geplant. Vor dem Bundesparteitag hat die Schatzmeisterin noch weitere Sorgen.

Swanhild Goetze ist derzeit nicht zu beneiden. Die Schatzmeisterin der Piratenpartei hat es nach Jahren einer chaotischen Zettelwirtschaft geschafft, die Buchhaltung zu professionalisieren. Kern ist dabei die Einführung einer zentralen Software von Sage – mit Kosten von fast 55.000 Euro die höchste Einzelinvestition in der Geschichte der Partei. Nach einigen Startschwierigkeiten, die zu einem Stau der laufenden Buchhaltung geführt hatte, läuft das Programm nun und Goetze konnte auch den Rückstand  aufholen.

Trotzdem drücken die Hamburgerin gleich an mehreren Stellen Finanzsorgen. „Jeder Euro der gespart werden kann, ist für mich immens wichtig“, hatte sie an den Vorstand appelliert. Denn die Piratenpartei muss im Wahlkampfjahr 2013 mit weniger Geld auskommen, als geplant. „Wir werden wahrscheinlich 100.000 Euro weniger bekommen, als wir in unserer Vorausschau gedacht hatten“, warnt Goetze. Die Summe der eigenen Einnahmen sei geringer, als vorher erwartet. Einige Landesschatzmeister hätten „zu optimistisch geschätzt“. Zudem mussten Spenden wieder herausgerechnet werden, da Adressen nicht vollständig angegeben waren oder Einzelsummen nicht in voller Höhe angerechnet werden durften. So hatte der Alt-68er Rainer Langhans aus seiner TV-Gage für das „Dschungelcamp“ 20.000 Euro an die Piraten gespendet, doch Einzelspenden dürfen nur bis zu einer Höhe von 3300 Euro auf die zuwendungsfähigen Einnahmen angerechnet werden.

Anzeige

Damit geht den Piraten ein Teil der Parteienfinanzierung verloren, denn der staatliche Zuschuss darf nicht höher sein, als die eigenen Einnahmen der Partei. Bei der Piratenpartei ist der Eigenanteil wegen des vergleichsweise geringen Spendenaufkommens und der schlechten Zahlungsmoral der Mitglieder jedoch sehr gering. Nur 60 Prozent der Mitglieder hat nach den jüngsten Zahlen den Mitgliedbeitrag überwiesen, die geplante Steigerung der Zahlerquote ist damit bundesweit noch nicht gelungen.  

Die Folge zeigt sich in der Parteienfinanzierung: Im Januar hatte die Bundestagsverwaltung 580.000 Euro überwiesen, obwohl der Partei aufgrund ihrer Wahlergebnisse 1,54 Millionen Euro zugestanden hätten.

Zusätzliche Einnahmen soll ein neuer Internetshop bringen. Er wird derzeit getestet und soll am Montag geöffnet werden. Dort können zum einen Fanartikel wie T-Shirts gekauft werden, zum anderen will die Partei Wahlkampfartikel wie Flyer und Plakate darüber zentral kaufen. Die Partei hofft für das kommende Jahr auf einen Gesamtumsatz von 250.000 Euro.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%