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Piraten-Programmatik: Wofür die Piraten in der Wirtschaftspolitik stehen

von Max Haerder, Cornelia Schmergal und Cordula Tutt

Die Piratenpartei feiert immer neue Erfolge, dabei ist ihre Programmatik teils diffus und vielen nicht bekannt. Welche Wirtschaftspolitik wollen die Eroberer? Ein Überblick.

Piraten-Parteitag in Dortmund Quelle: REUTERS
Piraten-Parteitag in Dortmund: Die Vorstellungen changieren hier zwischen extrem links und irgendwie liberal, verharren aber meist auf Rumpfniveau. Quelle: REUTERS

Die Piraten sind eine Partei im Werden – und so sieht auch die Programmatik aus: Unfertig und flüssig, ziemlich widersprüchlich und nicht selten fragwürdig. Zu vielem noch gar keine Meinung zu haben und erst recht noch keine politische Forderung, das gehört zur Grundausstattung der Freibeuter. Das macht sich vor allem in der Wirtschaftspolitik schmerzlich bemerkbar. Die Vorstellungen changieren hier zwischen extrem links und irgendwie liberal, verharren aber meist auf Rumpfniveau. Doch der Umfrageerfolg erhöht nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch die Anfragen zu Themen, die bislang nicht zur Piraten-Agenda gehörten. Die Standpunkte zu Datenschutz, Transparenz und dem Recht aufs freie Netz sind bekannt.

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Aber was sagen die Piraten denn nun eigentlich zu(r)...

...Euro-Krise?

Wenig, sehr wenig. Das bestimmende Polit-Thema seit Mai 2010 lassen die Piraten ungerührt links liegen, auch in den Partei- und Wahlprogrammen steht dazu keine Zeile. Auf die Währungs- und Schuldenkrise Europas hat die Partei bislang keine Antwort. Zur Staatsverschuldung immerhin gibt es erste Vorschläge aus dem Norden. In Schleswig-Holstein soll zusätzlich zur Schuldenbremse ein Schuldenstopp in die Landesverfassung – mit dem Ziel, alle Verbindlichkeiten bis 2050 abzutragen.

...Energiepolitik?

Die Piraten setzen vor allem auf erneuerbare Energiequellen und eine dezentrale Versorgung. So sollen die Bürger eingebunden und Monopole bei Erzeugern verhindert werden. Hier besteht große Übereinstimmung mit den Grünen. Im NRW-Grundsatzprogramm nennen die Piraten ein Ziel, das kaum ambitionierter ist als das der Bundesregierung: Bis 2040 soll die Hälfte des deutschen Energiebedarfs aus regenerativen Quellen stammen. Schwarz-Gelb will bis dahin 45 Prozent schaffen.

Piratenpad

Es ist der kollektive Notizblock der Piratenpartei: Im Piratenpad können gemeinsam Protokolle geschrieben oder Pressemitteilungen entworfen werden. Der Vorteil: In Echtzeit können mehrere Personen ein Dokument online bearbeiten, es wird farblich hervorgehoben, wer was geändert hat – das lässt sich damit unterscheiden.

Technische Grundlage ist die inzwischen zu Google gehörende Software EtherPad, die auch Unternehmen nutzen können.

...Wirtschaftspolitik?

Zwang ist den Polit-Newcomern meistens zuwider. Das gilt für die Beachtung des Urheberschutzes genauso wie für das Kammersystem. In ihrem Grundsatzprogramm fordern die Piraten, die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Landwirtschafts- oder Handwerkskammer abzuschaffen. Ausnahmen sind dennoch möglich: „Rechtsanwalts-, Notar- und Ärztekammern sind von diesem Ziel nicht erfasst.“ Grundsätzliche Bekenntnisse zur Ordnungspolitik sucht man vergebens.

...Steuer- und Finanzpolitik?

Das Bundespapier kommt vollkommen ohne ein Kapitel dazu aus. Versteckt unter Familienpolitik, dann aber doch ein griffiger Vorschlag: Das Ehegattensplitting soll abgeschafft werden – viele Ökonomen halten es ohnehin für eine schädliche Subvention. „Die Piratenpartei versteht sich weder als Steuersenkungs- noch als Steuererhöhungspartei“, steht vage im Programm für die Schleswig-Holstein-Wahl. Dafür ein Bekenntnis zur Konsolidierung: „Wohltaten auf Pump lehnen wir ab.“

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.04.2012, 14:27 UhrIsra

    1.) machen Sie die selbe Analyse bitte auch mit anderen Parteien.
    2.) Machen Sie den selben Versuch bei anderen Parteien.

    Es geht darum etwas neues auszuprobieren. Weil das bisherige sch*** ist.
    Der hilflose Vorwurf die Piraten würden sich nicht zu "Ordnungspolitik" äußern kann auch nicht gelten. Nachdem die letzten 3 Jahre alle Parteien an der Regierung die Krise rein reaktionär "erlebt" haben(nicht gemeistert) und vorher den Grundstein für die Krise gelegt haben.
    Sehr einfallsreich...

    Das BGE wurde mit 4 Stimmen auf dem Bundesparteitag angenommen. Seit dem werden intern seriöse Varianten zur Umsetung und finanzierung diskutiert. Ausgang offen.

  • 23.04.2012, 12:30 Uhrpicki123

    Also, ich muss sagen ich habe den Eindruck dass es bei diesen Artikel weniger um Sachlichkeit ging, als darum "uns" doch schnell zu zeigen dass es sich hier um eine unwählbare Partei ging. Ich mag solche Aussagen wie "Fehlanzeige" nun gar nicht. Alles in Allem schon eine Vorgefertigte Meinung

  • 23.04.2012, 12:13 UhrPostman

    Wenn ich das hier Lese haben Sie sich nicht die Mühe gegeben die Programme zu Lesen und die Positionspapiere der Piraten haben Sie ganz weg gelassen. Bei der Steuerpoltik beziehen Sie sich auf Bundesgesetzte. Den ESM halten die Piraten für Verassungswiedrig und haben Ihn Einstimmig abgelehnt!Im Breich der sogenaten grünen Politk sind die Piraten in teilen weiter als die Grünen.Also Schöler sezten ausführung 6

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