Piratenpartei: »Die Piraten sind eine liberale Partei«

Piratenpartei: »Die Piraten sind eine liberale Partei«

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Der Kapitän - Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei

von Max Haerder und Oliver Voß

Der Piraten-Chef über bessere Netz-und Steuerpolitik – und das große Interesse von René Obermann.

WirtschaftsWoche: Herr Schlömer, bei den Piraten häufen sich Rücktritte und Rivalitäten. Ist Ihre Partei schon erschöpft?

Schlömer: Sie sehen mich entspannt. Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Piraten sich übernehmen, weil viel Arbeit anliegt. Aber ich möchte das nicht als durchgehendes Prinzip sehen, dass die Piraten verbrennen, um die Partei weiterzuentwickeln.

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Sie machen einen Vollzeitjob im Verteidigungsministerium und sind dann Feierabend-Parteichef – geht das wirklich?

Es gibt ein großes Missverständnis: Viele gehen davon aus, dass die Piraten hierarchisch arbeiten. Ich muss aber morgens keine dicke Unterschriftenmappe unterschreiben, um Weisungen zu tätigen. Wir sind eine Netzwerkorganisation. Der Bundesvorstand koordiniert die Aktivitäten. Ich selber führe keine Interviews um elf Uhr morgens, denn dafür müsste ich Urlaub nehmen. Mein Tag als Vorsitzender beginnt um 17 Uhr und funktioniert mit rigidem Zeitmanagement sehr gut. Wichtig ist, dass man gelassen bleibt. Es geht in der Politik zumeist nicht um Leben und Tod.

Kann das auch mittelfristig funktionieren – etwa wenn Sie nächstes Jahr in den Bundestag einziehen?

Das wird man sehen. Vielleicht wird die Partei dann bereit sein, eine Vollzeitposition an der Spitze zu bezahlen. Ich würde aber vorher darauf achten, dass der Grundbetrieb der Partei finanziert ist, also IT, Presse, Mitgliederbetreuung und Buchhaltung.

Bekommen die Piraten Spenden?

Bislang keine größeren Einzelspenden, aber zweckgebundene durchaus. Für die Bundespartei kommen da etwa 70.000 Euro im Jahr zusammen.

Pflegen Sie Kontakte in die Wirtschaft?

Ich habe mit verschiedenen Wirtschaftsverbänden gesprochen, noch im Juni treffe ich mich mit DIHK-Vertretern. Bald treffen wir uns auch mit dem Vorstand der Deutschen Telekom, mit René Obermann und seinen Vorstandskollegen. Die haben ein starkes Interesse.

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