"Piratenpartei für Dummies": Überflüssiger Schnellschuss von Marina Weisband

"Piratenpartei für Dummies": Überflüssiger Schnellschuss von Marina Weisband

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Marina Weisband präsentiert am Donnerstag ihr neues Buch „Wir nennen es Politik – Ideen für eine zeitgemäße Politik“.

von Oliver Voß

Die Hoffnungsträgerin der Piratenpartei ist zurück auf der medialen Bühne. Doch statt Zukunftsvisionen für die Partei liefert Marina Weisband ein enttäuschendes und überflüssiges Buch.

Über Monate dominierte und lähmte der Führungsstreit im Bundesvorstand die Piratenpartei. Im Zentrum stand dabei Johannes Ponader, der seine Andersartigkeit vom etablierten Politikertypus zelebrierte und so selbst dafür sorgte, dass statt politischen Inhalten seine Sandalen thematisiert wurden. Nun, wo der politische Geschäftsführer seinen Rückzug zum Parteitag im Mai angekündigt hat, rückt wieder seine Vorgängerin ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.

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Auch bei der Wahrnehmung von Marina Weisband spielten und spielen Äußerlichkeiten eine gewichtige Rolle, wenn sie ihr auch positiv zu Gute kommen. Doch die 24-jährige ist nicht nur die „hübsche Piratin“, sie schafft es auch, die Ideen der Parteien in Talkshows einfach und sympathisch zu erklären. Darüber hinaus schreibt Weisband in ihrem Blog immer wieder kluge Analysen zum Zustand und den Problemen ihrer Partei. 

Entsprechend hoch sind die Erwartungen an ihr am Donnerstag erscheinendes Buch. Die „Weisband-Festspiele“ sind in vollem Gange, eine Talkshowtour steht bevor und in Porträts wird sie wahlweise mit Angela Merkel verglichen (“Zeit“) oder als „Rosa Luxemburg reloaded“ gefeiert („Spiegel“).

Weisbands mediales Comeback offenbart die Lücke, die sie gerissen hat. Doch außer solch positiven Schlagzeilen und Bildern steuert sie inhaltlich erschreckend wenig dazu bei, der kriselnden Partei Halt oder Orientierung zu geben. „Wir nennen es Politik – Ideen für eine zeitgemäße Politik“, lautet das Werk. Doch wer eine Art politisches Manifest der Piratenpartei erwartet, wird enttäuscht. Es ist stattdessen eine Mischung aus „Piratenpartei für Dummies“ und „Wie-ich-einmal-zufällig-Piratenvorstand-wurde“.

Dabei warnt Weisband den Leser selbst. „Nehmen Sie dieses Buch nicht zu ernst“, schreibt sie als ersten Satz und beschreibt dann, wie sie ein Jahr lang staunend wie ein Kind durch die große Politik spazierte.

Wie Weisband durch Zufall an die Spitze stolpert

Mit welcher Naivität und durch welche Zufälle sie zum Hoffnungsträger wurde, ist so faszinierend wie verwunderlich. Schon der Eintritt in die Partei war eine Spontanentscheidung, direkt nachdem sie aus der Wahlkabine kam und zum ersten Mal ihr Kreuz gemacht hatte. Und selbst das Wählen mal „auszuprobieren“ war eine Zufallsakt, da ihre Theaterregisseurin am Ende der Probe nebenbei bemerkte, man solle doch das Kreuzchen machen nicht vergessen.

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