Piratenpartei: Weisband hat keinen Bock auf Comeback

Piratenpartei: Weisband hat keinen Bock auf Comeback

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Die ehemalige Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, machte überraschend deutlich klar, dass sie derzeit kein Interesse an einem Comeback hat.

von Oliver Voß

Die Krise der Piratenpartei befördert Spekulationen über ein Comeback von Marina Weisband. Doch die frühere Geschäftsführerin machte überraschend deutlich klar, dass sie derzeit nicht möchte.

Angesichts rasant gesunkener Umfragewerte und interner Personaldebatten wünschen sich viele Mitglieder der Piratenpartei eine stärkere Rolle für Marina Weisband in der Partei. Als politische Geschäftsführerin verkörperte Weisband den Aufstieg der Politneulinge, ausgerechnet ihr Nachfolger Johannes Ponader ist dagegen zum umstrittensten Piraten geworden.

So werden die Rufe nach Weisband lauter. "Hier in NRW möchten wir dich auf Platz 1 der Landesliste", schrieb am Sonntag Udo Vetter, bekannter Internetanwalt und Parteimitglied. Doch besonders glücklich ist Weisband mit solchen Wünschen nicht. "Vielleicht könnte irgendwer fragen, ob ich es will", antwortete sie brüsk. Die 25-Jährige hatte im Frühjahr nicht erneut für den Bundesvorstand kandidiert, da sie sich auf ihre Diplomarbeit konzentrieren wollte. Zudem hatte Weisband gesundheitliche Probleme als Begründung angeführt, so hatte sie vor einem Talkshowauftritt einen Zusammenbruch erlitten.

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Wer sich in der Partei Hoffnungen auf eine Rückkehr gemacht hat, wurde am Wochenende enttäuscht. Der "Spiegel" spekuliert in der aktuellen Ausgabe zwar über ein Comeback Weisbands und zitiert entsprechende Aussagen. Doch die Reaktion der 25-jährigen auf den Bericht lassen eher das Gegenteil vermuten.
"Solche Artikel sind genau der Grund, warum ich mit Politik überhaupt aufhören will", schrieb Weisband auf Twitter. Ihre Zitate seien wie Formfleisch bearbeitet worden - zerstückelt und zusammengefügt.

Dann schrieb sie auf ihrem Blog unter dem Titel "Ich habe keinen Bock mehr" eine Art Gegendarstellung : "Dass "Weisband ein Comeback erwägt" ist nämlich so ziemlich das Gegenteil von dem, was gerade passiert". Sie sei äußerst skeptisch, was eine Bundestagskandidatur angehe und "zurzeit eher abgeneigt".

Weiter unklar ist auch, wie der Streit im Bundesvorstand gelöst wird. Die Vorstandsmitglieder Julia Schramm und Matthias Schrade haben unlängst ihren Rückzug erklärt. Schrade hatte dies damit begründet, dass ihm eine Zusammenarbeit mit Ponader nicht möglich sei. Daher hatte er seinen Rücktritt nach dem Bundesparteitag Ende November angekündigt, "sofern sich nicht kurzfristig eine grundsätzliche Änderung der Lage ergibt oder eine turnusmäßige Neuwahl beschlossen wird".

Doch für den Parteitag in Bochum ist bislang keine Vorstandswahl vorgesehen. Der stellvertretende Vorsitzende der Partei, Sebastian Nerz, brachte eine Vertrauensfrage auf dem Parteitag ins Spiel. "Ich wäre damit einverstanden, wenn alle Vorstandsmitglieder zuvor erklären, dass sie ein solches Ergebnis als bindend akzeptieren", sagte Nerz der Zeitung "Die Welt".

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Der Parteivorsitzende Bernd Schlömer lehnt eine Vertrauensfrage für den Vorstand und einzelne Mitglieder auf dem Parteitag jedoch ab. Der Vorstand sei für ein Kalenderjahr gewählt. "Zwischendurch Vertrauensfragen zu zelebrieren, die dann natürlich zu intensiven Personaldebatten ausarten - davon halte ich überhaupt nichts", sagte Schlömer.

Auch eine Neuwahl der freiwerdenden Plätze an der Parteispitze ist bislang nicht vorgesehen. Es könnte also durchaus sein, dass bis zur regulären Wahl im kommenden Jahr der Bundesvorstand nur aus sieben statt neun Personen gebildet wird. Das reduziert zumindest das Konfliktpotenzial.

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