Plagiatsaffäre: Schavan geht in die Offensive: "Ich werde kämpfen"

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan

von Max Haerder

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kämpft um ihr Amt. Heute will sie sich in ihrem Wahlkreis erneut als Kandidatin für den Bundestag aufstellen lassen. Im Interview mit der WirtschaftsWoche weist sie alle Vorwürfe von sich: Ihre Arbeit sei kein Plagiat.

Annette Schavan hat noch viel vor. Genauer gesagt: Dr. Annette Schavan hat noch viel vor. Die Bundesbildungsministerin denkt trotz der Debatte um ihre Promotion nicht an Rückzug. Im Interview mit der WirtschaftsWoche gibt sie sich kämpferisch: „Ich hatte in den acht Monaten ja Gelegenheit, mit vielen Fachwissenschaftlern über die Plagiatsvorwürfe zu sprechen. Ich habe mich auch selbst, im Zusammenhang mit meiner schriftlichen Stellungnahme, noch einmal eingehend mit meiner Arbeit beschäftigt. Auch damit, wie sie vom Zettelkasten über das handschriftliche Manuskript bis zum Abtippen entstanden ist. Das hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass meine Dissertation kein Plagiat ist“, sagte Schavan der WirtschaftsWoche.

Anfang Mai 2012 waren zum ersten Mal Vorwürfe gegen die Doktorarbeit laut geworden. Ein Netzaktivist unter dem Pseudonym „Robert Schmidt“ hatte seine Analyse der Arbeit öffentlich gemacht. Wenig später begann die Prüfung der Universität Düsseldorf, die Schavan den Titel verlieh. Und ihre eigene auch. Die Monate der Recherche zum eigenen Text hätten sie „davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden.“

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Am vergangenen Dienstag hatte der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf die Eröffnung eines Prüfverfahrens beschlossen. Ergebnisoffen, wie die Hochschule deutlich betonte. Am 5. Februar tritt der Rat nun erneut zusammen. Die Ministerin hatte in einer Stellungnahme gefordert, externe Gutachten einzuholen. Bisher liegt außer Schavans eigener Stellungnahme nur ein sehr kritisches Gutachten des Düsseldorfer Judaisten Stefan Rohrbacher vor.

Auf die Frage, ob sie auch Ministerin bleiben könne, wenn die Hochschule ihr den Doktorgrad entzieht, sagte Schavan: „Als Journalist wissen Sie, dass die gefährlichsten Fragen jene mit einem „Wenn“ sind. Und dass man sie nicht beantwortet. Aber ich werde kämpfen.“

Schavan kann sich dabei auf große politische Unterstützung verlassen: „Ich erfahre nie da gewesene Rückendeckung, angefangen von meinem Wahlkreis über die Fraktion, die Partei, die Kabinettsmitglieder bis hin zur Kanzlerin“, sagte Schavan.

Heute will die Ministerin den ersten Beweis dafür in ihrem Wahlkreis Alb-Donat/Ulm einholen: Ihre Nominierung als Bundestagskandidatin.

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