Plagiatsverfahren: Universität entzieht Schavan Doktortitel

Plagiatsverfahren: Universität entzieht Schavan Doktortitel

Die Universität Düsseldorf hat Annette Schavan den Doktortitel entzogen. Die Bundesbildungsministerin will gegen den Entzug klagen, das teilten ihre Anwälte nach der Entscheidung mit.

Der zuständige Fakultätsrat habe in dem Plagiatsverfahren die Promotionsleistung für ungültig erklärt und beschlossen, den vor 33 Jahren erworbenen Doktorgrad zu entziehen, teilte der Ratsvorsitzende, Prof. Bruno Bleckmann, am Dienstag mit. Für den Entzug des Doktorgrades hätten zwölf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakultät gestimmt bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Der Rat habe es als erwiesen angesehen, dass Schavan „systematisch und vorsätzlich über ihre Dissertation verteilt“ gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht habe.

Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag erneut über die Rechtmäßigkeit des Doktortitels beraten. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit kam der zuständige Rat der Philosophischen Fakultät zu der Runde zusammen, die mehrere Stunden dauerte. Sie standen dabei vor zwei Entscheidungsmöglichkeiten: Schavan den vor 33 Jahren erworbenen Doktorgrad zu entziehen oder nicht. Zweitens, kann der Rat die Prüfung der umstrittenen Arbeit mit dem Titel "Person und Gewissen" aber auch fortsetzen. Eine Frist gab es nicht.

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Während in der Universität Düsseldorf am Dienstag erneut über die Rechtmäßigkeit des Doktortitels von Annette Schavan (CDU) beraten hat, hält sich die Bundesbildungsministerin zu einer fünftägigen Reise in Südafrika auf. Hier ein bilaterales Gespräch mit ihrem südafrikanischem Amtskollegen Derek Hanekom, dort ein Briefing in der deutschen Botschaft. „Bloß kein Selbstmitleid“ - so Schavans Devise - die versucht, ihren Amtsgeschäften so normal wie möglich nachzugehen.

Schavan Schavan - "Meine Dissertation ist kein Plagiat"

Derzeit läuft ein Plagiatsverfahren gegen Bildungsministerin Annette Schavan. Trotz allem ist sie optimistisch und will sich mehr für Durchführbarkeit von Forschung einsetzen.

huGO-BildID: 28376337 ARCHIV - Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) spricht am Dienstag (07.12.2010) in der Bundespressekonferenz in Berlin zum Thema internationale Ergebnisse zu PISA 2009.Schavan muss um ihren Doktortitel bangen. Und damit auch um ihre politische Karriere. Angeblich kommt die Uni Düsseldorf zu dem Ergebnis, dass sie ihre Doktorarbeit abgeschrieben hat. Die CDU-Politikerin setzt sich zur Wehr. Foto: Rainer Jensen dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Schavan selbst hatte in dem nunmehr seit neun Monaten laufenden zähen und quälenden Plagiatsverfahren "Flüchtigkeitsfehler" eingeräumt. So schmerzlich diese Geschichte jetzt für mich ist: Wenn daraus ein gemeinsames Verständnis und ein Kodex zum wissenschaftlichen Umgang mit Plagiatsvorwürfen entstünde, dann wäre das ein gutes Ergebnis,“ sagte sie gegen über der Ulmer "Südwest Presse. Seit Jahren ist bekannt, dass bei der Bewertung von akademischen Abschlüssen nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Universität zu Universität und auch von Fakultät zu Fakultät große Unterschiede klaffen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat sich zwar auf allgemeine Empfehlungen zur Qualitätssicherung wissenschaftlichen Arbeitens verständigt. Doch der Spielraum für Einzelentscheidungen ist nach wie vor groß.

Anfang Mai 2012 waren zum ersten Mal Vorwürfe gegen die Doktorarbeit laut geworden. Ein Netzaktivist unter dem Pseudonym „Robert Schmidt“ hatte seine Analyse der Arbeit öffentlich gemacht. Wenig später begann die Prüfung der Universität Düsseldorf, die Schavan den Titel verlieh. Und ihre eigene auch. Die Monate der Recherche zum eigenen Text hätten sie „davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden." Ihr wird unkorrektes Zitieren und die Verschleierung geistigen Eigentum vorgeworfen. Die Tragweite der angeblichen Zitierfehler ist unter Wissenschaftlern umstritten.

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Die Promotion war seinerzeit Schavans erster Studienabschluss, was 1980 noch möglich war. Bei einer Aberkennung des Doktortitels hätte Schavan keinen Hochschulabschluss.

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