Plagiatsvorwurf: Klären Sie auf, Frau Schavan

KommentarPlagiatsvorwurf: Klären Sie auf, Frau Schavan

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist ins Visier der Plagiatsjäger geraten.

von Max Haerder

Der Hinweis der Bundesforschungsministerin, die Vorwürfe gegen Sie seien anonym vorgebracht, zählt nicht. Für die Politikerin, die für die Wissenschaft zuständig ist und sich für Karl-Theodor zu Guttenbergs Arbeit schämte, gelten hohe Maßstäbe.

Der Schwarm der Plagiatsjäger von der Plattform Vroniplag hatte Annette Schavans Dissertation aus dem Jahre 1980 lange umzingelt, aber dann doch nicht für den Internet-Pranger würdig befunden. Nun ist offenbar ein Netzpiranha ausgeschwärmt – und hat seine Zweifel am Werk der Bundesforschungsministerin trotzdem öffentlich gemacht.

Die Äußerungen der Vroniplagger, die Arbeit der Ministerin enthalte Plagiate, aber quasi in nicht wesentlichen Dosen, reichen dabei aber ebenso wenig zu Schavans Entlastung aus, wie die Hinweise Schavans selbst, die Gründer der Website Schavanplag sollten sich bitte aus ihrer Anonymität trauen, dann erst könne man die zweifelhaften Textstellen diskutieren.

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Annette Schavan ist zu klug und zu lange im Geschäft, als dass sie nicht wüsste, dass Politiker selten über einen Vorwurf stürzen, sondern meist über den Umgang mit ihm. Und vor allem: Für die Wissenschaftsministerin gelten keine anderen, oder gar höhere Maßstäbe als für andere Politiker oder sonstige Doktoranden, aber sie gelten uneingeschränkt.

Nicht nur heimlich

Schavan muss die Zweifel an ihrer Arbeit ernst nehmen und diskutieren. Jetzt. Sie sollte nicht auf eine Stellungnahme der Universität Düsseldorf warten, sondern selbst zum Regal greifen und ihre Sicht der Dinge darstellen. Alles andere wäre ihres Amtes nicht würdig.

Es lohnt sich dabei, noch einmal das Interview zu lesen, das Schavan Ende Februar 2011 auf der Höhe der Guttenberg-Debatte der „Süddeutschen Zeitung“ gab. Dort fiel der mittlerweile so berühmte Satz, für die ausufernde Kopistentätigkeit des Freiherrn schäme sie sich „nicht nur heimlich“. In der CSU hassen Sie Schavan dafür heute noch, sie selbst hat gelernt, ihre ungewöhnlich scharfe Formulierung zu mögen.

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Doch in dem Gespräch fielen noch andere, nachdenkliche Sätze. Sie wisse, dass wer über Jahre an einer Dissertation säße, „sich darin auch verirren kann“. Dass man mit seinen Gedanken, seinen Quellen und Notizen „überfordert“ sein könne, auch „als intelligenter Mensch“.

Annette Schavan muss nun zeigen, dass diese Worte nicht noch zum Kommentar ihrer selbst werden.

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