Politiker bei Twitter: "Bratwurst ich komme" - Seite 3

Politiker bei Twitter: "Bratwurst ich komme"

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Twitter Gysi
Twitter Gysi

„Ich twittere tatsächlich selbst, alles andere fände ich absurd“, sagt Kajo Wasserhövel, Wahlkampfmanager der SPD. Andere Politiker räumen Unterstützung durch ihre Mitarbeiter ein, denn für manche sind die Kurzbotschaften doch eine Umstellung. „Mein Büro entwickelt die Ideen und kürzt meine viel zu langen Sätze auf 140 Zeichen“, sagt Manfred Grund, einer der wenigen twitternden Bundestagsabgeordneten der CDU. „Ein Politiker, der den ganzen Tag twittert, kann sonst nichts zu tun haben“, sagt Otto Fricke von der FDP. Er twittere viel selbst. Termine aber werden von seinen Mitarbeitern angekündigt.

Politik-Beobachter Roggenkamp schätzt, dass etwa 70 Prozent der Inhalte von den Politkern selbst kommen. Doch auch wenn Twitter ein besonders authentisches Medium ist, sei das Selbsttippen nicht entscheidend, sagt Beckedahl. Auch bei Obama sei den meisten klar gewesen, dass er das meiste nicht persönlich schreibe. Wichtig ist, dass immer die Illusion erzeugt wird, dass es echt sein könnte.  

"Durch Twitter wird keine Wahl gewonnen"

Mit Twitter suggeriere man zudem, immer ansprechbar zu sein. „Doch der Dialog macht Arbeit“, warnt Roggenkamp. Trotzdem führe am Internet kein Weg vorbei, vor allem, wenn man Jungwähler erreichen möchte. Nur zu hoffen, dass sie auf spezielle Wahlkampfseiten kommen, ist ein Trugschluss. „Man muss die Leute im Internet dort erreichen, wo sie sich bewegen“, sagt Roggenkamp.

„Ich glaube, dass im Wahlkampf 2009 eine Trendwende eingeleitet wird“, sagt die FDP-Politikerin Gisela Piltz. Dass Internet spiele eine immer größere Rolle. So entscheidend wie in den USA wird es aber wohl noch nicht, das gilt noch mehr für Twitter.

„Durch Twitter wird sicher keine Wahl gewonnen“, sagt CDU-Politiker Grund. Und auch Markus Beckedahl ist der Ansicht, dass klassische Wahlkampfarenen weiter wichtiger sind, als Twitter: „Für die CDU ist es sinnvoller ins Bierzelt zu gehen, um ihre Wähler zu erreichen“.

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