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Kommentare zu: Das endlose Scheitern der Entwicklungspolitik

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5 Kommentare
  • 09.11.2012, 09:37 Uhrskyjellyfetty

    Entwicklungspolitik gelingt nur dort wo es wirklich gewollt ist.In allen anderen Ländern werden mit der Armut Geschäfte gemacht und explizit diese Armut aufrecht erhalten,wenn nicht sogar verschlimmert.Das ist lange bekannt,aber fast genauso lange wird das auch immer wieder unter den Tisch gekehrt.Rührende Aktionen von Prominenten sind gern gesehen,denn sie halten das Bild eines engagierten Westens,dem es um die Menschenliebe geht aufrecht.Das sind allerdings nicht mehr als Potemkinsche Dörfer hinter deren Fasaden ganz andere Politik die Wirklichkeit bestimmt.
    Für jeden den es interessiert gibt es das Buch von John Perkins-"I was an economic hitman".Das erklärt einiges.Gibr es auch als Doku letze Woche in 3Sat gelaufen:"Im Dienst der Wirtschaftsmafia"

  • 09.11.2012, 16:33 UhrVolkerseitz

    Herr Knauß schildert unaufgeregt, kritisch mit hoher journalistischer Qualität die Schwierigkeiten der Entwicklungshilfe. Für diese reflektierte und abgewogene Analyse kann ich dem Autor nur herzlich danken und der Wirtschaftswoche gratulieren. Seine Analyse ist eine klarsichtige Bestandsaufnahme der ernüchternden Realität.An der desolaten Lage Afrikas sind in erster Linie gleichgültige Regierungen vor Ort Schuld. Immer mehr Afrikaner erkennen eine direkte Verbindung zwischen ihrem Elend und der grassierenden Korruption sowie Vetternwirtschaft bis in die höchsten politischen Ebenen ihrer Länder. Auch die Justiz lässt sich durch Geld und Geschenke nur zu gern bei der Wahrheitsfindung beirren. Eine Mitschuld trifft die Geber von Entwicklungshilfe die keine ernsthaften Bedingungen für ihre
    Hilfe stellen. Auch die Weltbank kuscht vor den afrikanischen Autokraten und lebt davon Geld zu verteilen. Den westlichen Regierungen genügt es, dass die betreffenden Staaten "die Korruption mit Entschlossenheit" bekämpfen und "nach guter Regierungsführung streben" und die "Hilfen verantwortungsbewusst und effektiv einsetzen". Diese Absichtserklärungen- mit denen uns in immer neuen Varianten Sand in die Augen gestreut wird- kenne ich schon seit Jahrzehnten. Wir sollten nicht mehr schönfärben und gesundbeten.Nach meiner Kenntnis wurde noch niemand zur Rechenschaft gezogen der westliche Steuergelder nicht für die Bekämpfung der Armut in seinem Land eingesetzt hat.
    Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"

  • 11.11.2012, 09:48 UhrGast

    Kritik an Entwicklungshilfe mag berechtigt sein. Auch die Rolle der Helfer darf, ja muss, kritisch beleuchtet werden. Gerade, wenn man die Höhe der Gelder für Entwicklunghilfe anschaut. Aber Herr Knauß, müssen Sie deswegen in das andere Extrem verfallen, und zu einem wenig differnzierten Kritikrundumschlag gegen Helfer und Länder ausholen? Sicher haben Helfer in Krisensituationen, wie z.B.Naturkatastophen, auch sinnvolle Hilfe geleistet. Ganz entsetzlich finde Ihre folgende Aussage: "Ein allzu optimistisches Menschenbild, in dem Eigenschaften wie Faulheit, Korrumpierbarkeit und Ressentiment nicht vorkommen." Konstruktive Kritik an Entwicklungshilfe ist sicher angebracht, aber Sie Herrr Knauß benutzen einfach nur polemische Floskeln. Sie wollen bestehende Ungleichgewichte auf der Welt auf eine einfache "selbstschuld" Polemik runterbrechen. Da die Faulen, da die Fleißigen. Eine solche Vereinfachung, ist eigentlich ein Beleidigung Ihrer Leser, auch wenn diese diese Art der Polemik gerne lesen. Schmeichelt sie doch doch dem eigenen Ego. Aber was ist mit Rolle der Geberländer? Bei diesen Ländern steckt doch kein reiner Altruismus dahinter. Was ist z.B. mit den Abziehen von wertvollen Rohstoffen gerade auch in Afrika? Sie könnnen Ihren Lesern, gerne mehr etwas mehr zutrauen und zumuten. Solch eindimensionale vereinfachend, polemische Kritik ist für journalistisches Arbeiten entschieden zu wenig.

  • 11.11.2012, 14:35 UhrProEuro

    Wenn ein paar tolle Universitäten für so viel Wohlstand sorgen, wieso gehts den Briten und Amis dann so schlecht? Klar, Bildung ist der Schlüssel zu Wohlstand, entscheidend sind aber nicht die Eliteuniversitäten (aus Spanien und Griechenland kommen übrigens ganz viele hervorragend ausgebildete junge Menschen), sondern die Frage, ob denn jeder auch Zugang zu Bildung erhält. Scheitert, dass an korrupten Beamten, Bürgerkrieg, Diktatur, Diskriminierung von Frauen oder ethnischen Gruppierungen, andauernder Hungersnot oder Kinderarbeit bringt das alles aber nix. Entwicklungshilfe wird trotz allem benötigt, sie muss eben größtenteils aus privater Ebene über NGOs, Investoren, Kirchen und Unternehmen laufen. Staaten dürfen einander nur unter strengen Auflagen helfen.

  • 20.02.2013, 11:27 Uhrfoxtrot59

    Ein hochinteressanter Beitrag, vielen Dank! Leider bleibt der Autor etwas sehr an der Oberfläche, als er auf das Thema Capacity Building eingeht. Dabei ist dies doch gerade eine hochinteressante Alternative zur gängigen Entsendung von Experten. Da geht es ja beileibe nicht nur um Weiterbildung! Was wir brauchen, sind gute Netzwerke zwischen Organisationen in Industrie- und Entwicklungsländern, die sich verlässlich dem Ziel nachhaltiger Entwicklung widmen. Richtig: Wissen ist der Schlüssel für Entwicklung, aber jetzt geht es vor allem darum, dass die Länder weltweit zusammenarbeiten, die Transformation zur nachhaltigen Entwicklung zu schaffen. Dieser Aspekt fehlt leider völlig in dem Beitrag, und darum lässt er den Leser auch etwas ratlos und frustriert im Regen stehen. Wo bleiben die guten Beispiele? Gerade die international tätigen Organisationen haben hier schon gute Ansätze entwickelt, zum Beispiel vielfältige Alumni-Netzwerke von Leuten, die nachhaltige Entwicklung als ihre Lebensaufgabe begreifen.

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