Politischer Aschermittwoch: "Bayern ist das bessere Deutschland"

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Politischer Aschermittwoch: "Bayern ist das bessere Deutschland"

von Henning Krumrey

Die CSU zelebriert beim Aschermittwoch ihre Einmaligkeit. Ihre Weissagung an die Kommunal- und Europawähler: Ihr sollt keine anderen Parteien haben neben mir.

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Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch der CSU

Die Einheit von Partei und Staat ist ja eigentlich etwas für autokratische Systeme. Aber die Einheit von Partei, Gesellschaft und Land - das ist die Strategie der CSU. Jene Truppe, die seit der Nachkriegsgründung den Freistaat regiert, präsentiert sich auf dem traditionellen Aschermittwoch in Passau mit einem Alleinvertretungsanspruch für Bayern. Alles, was so toll an der Alpenrepublik sei, habe die CSU vollbracht. "Das Ergebnis krönt das Werk", feiert sich der Ministerpräsident Horst Seehofer gleich mehrmals selbst. "Wer das bessere Deutschland erleben will, der muss nach Bayern kommen." Bloß als der CSU-Vorsitzende an das starke Stimmenergebnis bei der Bundestagswahl erinnert ("Dass Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin in Berlin ist, das ist unser Verdienst"), da bleibt der Beifall spärlich. Auch die Bayern-Basis hätte nach dem fulminanten Vorsprung wohl gern mehr Union in Koalitionsvertrag und Regierungsalltag gesehen.

Die anderen Parteien wollten oder könnten für die Bürger Bayerns eh nichts ausrichten. So wirft der Landes-SPD vor, sie höre mehr auf die Weisungen der Berliner Parteizentrale als auf die Wünsche der Menschen. Er hoffe immer noch, dass ihn die bayerischen Genossen mal darin unterstützen würden, bayerische Positionen in Berlin durchzusetzen. Die Grünen und die Freien Wähler spielten auf der Bundesbühne keine Rolle. Und die Alternative für Deutschland, darauf weisen die Christsozialen immer wieder mit Wonne hin, hätten unter den ersten zehn Listenkandidaten für die Europawahl keinen einzigen Bewerber aus dem Freistaat. Der Bayer an sich könne von denen also gar nicht in Brüssel vertreten werden. Seehofer erkennt gar ein "Naturgesetz: Man muss CSU wählen, wenn man außerhalb Bayerns etwas erreichen will."

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Als Waffe gegen die AfD hat Seehofer schon beim letzten Parteitag den Euro-Kritiker Peter Gauweiler zum stellvertretenden Vorsitzenden wählen lassen. Auch in Passau bringt er den rhetorisch geschickten Volkstribun in Stellung. Der bekennt sich zur europäischen Einigung, wettert aber gegen politische Fremdbestimmung. Schon vor 150 Jahren hätten die Bauern aufbegehrt und begonnen, sich politisch zu engagieren, denn sie wollten "nicht ferngesteuert sein unter einer Pickelhaube in Berlin". Aus dem selben Grund wie damals sei man heute in Passau zusammen gekommen: "Ja zur Freiheit, nein zur Bevormundung."

Auch künftig wolle man sich "nicht aus zentralistischer Anmaßung aus Brüssel oder Berlin reinreden lassen". Auch wenn das Traditionstreffen als "größter Stammtisch der Welt" von anderen diffamiert werde: "Stammtische sind die Versammlungsorte des Volkes. Wir lassen uns nicht vom Volk trennen." In der Interessenvertretung sei die CSU im Vergleich zu den anderen Gruppierungen "der Unterschied zwischen einer Fackel und einem Haufen nasser Streichhölzer".

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