Polizei-Einsatz: Gegner und Anhänger erwarten Erdogan

Polizei-Einsatz: Gegner und Anhänger erwarten Erdogan

, aktualisiert 24. Mai 2014, 12:39 Uhr
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Der türkische Regierungschef Erdogan tritt heute bei einer Veranstaltung der UETD in Köln auf.

Wachsende Spannung vor dem Auftritt Erdogans in Köln: Während in der Lanxess-Arena 15 000 Anhänger erwartet werden, sammeln sich auf der anderen Rheinseite die Gegendemonstranten.

Warten auf Erdogan: In Köln haben sich am Samstag Anhänger und Gegner des türkischen Ministerpräsidenten versammelt. Dabei blieb es zunächst ruhig. Am späten Nachmittag wurde Erdogan in der Lanxess-Arena vor 15.000 Zuhörern zu einer Rede erwartet. Sein Auftritt wurde am Samstag erneut von deutschen Politikern kritisiert. Es wird erwartet, dass Erdogan im August für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren wird. Seinen Auftritt in Köln, so die Befürchtung, könnte er schon für eine Wahlkampfrede nutzen.

Die Gegendemonstranten sammelten sich in der Nähe des Hauptbahnhofs. Viele kauften T-Shirts mit der Aufschrift „Überall Taksim - überall Widerstand“, womit sie auf die Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung der Türkei auf dem Taksim-Platz in Istanbul anspielten. Andere trugen gelbe Sicherheitshelme mit dem Aufdruck „Soma“. Bei dem verheerenden Grubenunglück von Soma waren nach offiziellen Angaben 301 Bergleute ums Leben gekommen.

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Zu der Gegenkundgebung hat die Alevitische Gemeinde aufgerufen. Sie erwartet 30 000 Teilnehmer. Die Demonstranten wollen am Nachmittag durch die Kölner Innenstadt ziehen. Die Lanxess-Arena mit den Erdogan-Anhängern liegt auf der anderen Rheinseite im Stadtteil Deutz. Erdogan spricht dort offiziell zum zehnjährigen Bestehen der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD).

Bereits am Freitagabend war es zu verbalen Attacken zwischen Gegnern und Anhängern Erdogans gekommen. „Wir mussten die aufgebrachten Gruppen vor einem Restaurant voneinander trennen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Der türkische Vizeregierungschef Bülent Arinc und der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu hätten in einem Lokal zu Abend gegegessen. Als dies bekanntwurde, versammelten sich spontan 300 Anhänger und Gegner der türkischen Regierung.

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters rief am Samstag nochmals beide Lager zur Besonnenheit auf. „Zeigen wir in Köln, dass wir - auch wenn wir unterschiedlicher Auffassung sind - friedlich miteinander umgehen“, sagte der SPD-Politiker im WDR.

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Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir, betonte: „Ministerpräsident Erdogan sollte wissen, dass er hier auch als Repräsentant der Türkei spricht und nicht in eigener Sache einen Wahlkampf machen kann, der die Konflikte der Türkei nach Deutschland trägt und die Situation weiter aufheizt.“

Der stellvertretenden Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Strobl, sagte: „Unsere Demokratie ist stabil und hält Meinungsvielfalt aus. Insofern halten wir auch den Wahlkampfauftritt von Herrn Erdogan aus.“ Es wäre aber besser gewesen, wenn dieser erkannt hätte, „dass er im Moment in der Türkei wichtigere Aufgaben hat als einen Wahlkampfauftritt in Köln“.

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