Polizei in Dresden: Im Kreuzfeuer der Kritik

Polizei in Dresden: Im Kreuzfeuer der Kritik

, aktualisiert 04. Oktober 2016, 07:46 Uhr
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Die Polizei zeigte sich trotz der Ausschreitungen mit dem Verlauf des Festes zufrieden.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Einheitsfeier in Dresden dürften Vielen in Erinnerung bleiben. Weniger wegen des bunten Bürgerfestes. Ausschreitungen wie in der Pegida-Hochburg hat es in 26 Jahren Einheit so noch nicht gegeben.

DresdenDie Polizei in Dresden sieht sich nach den Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit in Dresden der Kritik ausgesetzt. Zwar kam es nicht zu Zusammenstößen bei einem Pegida-Aufmarsch mit bis zu 5000 Menschen und Gegendemonstranten. Für Irritationen sorgte jedoch die Ansage eines Polizeiführers, der den Pegida-Anhängern nach Verlesung der Demonstrationsauflagen einen „erfolgreichen Tag“ gewünscht hatte. Die Polizeidirektion ging später auf Distanz dazu. Diese Äußerung „entspricht nicht unserer Philosophie und wird einer Überprüfung unterzogen“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Polizei zeigte sich trotz der Ausschreitungen mit dem Verlauf zufrieden. Die vergangene Woche habe den Sicherheitskräften aus Sachsen und 13 weiteren Bundesländern „alles abverlangt“, resümierte Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar am Montagabend - auch mit Blick auf Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Dresdner Kongresszentrum wenige Tage vor dem Fest. „Uns ist ein Spagat zwischen einem bürgernahen bunten Fest und der erforderlichen Sicherheit gelungen.“

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Die letzte offizielle Veranstaltung der Feierlichkeiten, ein Konzert der Band Karat am Montagabend, sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch in der Nacht zum Dienstag blieb es demnach ruhig in Dresden.

Zudem hatten mehrere Hundert selbst ernannte „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck am Vormittag mit Trillerpfeifen und Schmähungen vor der Frauenkirche empfangen. Vielen Gästen des Ökumenischen Festgottesdienstes bereiteten sie auf dem Weg zur Kirche mit Rufen wie „Haut ab“ und „Volksverräter“ einen Spießrutenlauf.

Nach Angaben der sächsischen Landesregierung kamen an den drei Festtagen mit 450.000 Menschen weniger Besucher als erwartet in die Dresdner Altstadt. Kalkuliert hatte sie mit etwa einer dreiviertel Million Besuchern bei der 4,5 Millionen Euro teuren Einheitsfeier. Immer wieder hatte starker Regen die Feiern gestört. Schon vor dem Fest hatten Hoteliers von Stornierungen wegen der angespannten Sicherheitslage berichtet.

Bereits am Sonntag sorgten ein Brandanschlag auf drei Polizeifahrzeuge sowie Pöbeleien gegen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für Aufregung. Am Montag vor einer Woche hatten Unbekannte Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum verübt. Am Donnerstag war zudem eine Bombenattrappe an einer der Elbbrücken entdeckt worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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