Ponader-Nachfolge: Datenschützerin Nocun soll Piraten retten

Ponader-Nachfolge: Datenschützerin Nocun soll Piraten retten

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Die neugewählte Geschäftsführerin der Piratenpartei, Katharina Nocun, wurde mit 81,7 Prozent gewählt.

Eine junge Datenschützerin soll die Piraten aus der Krise führen. Beim Parteitag wird Katharina Nocun zur neuen Geschäftsführerin gewählt. Den Einzug in den Bundestag gibt sie noch nicht verloren.

Mit der Studentin Katharina Nocun als neuer Geschäftsführerin wollen die Piraten doch noch den Einzug in den Bundestag schaffen. Die Datenschützerin aus Niedersachsen wurde am Freitag auf einem Parteitag im bayerischen Neumarkt mit 81,7 Prozent zur Nachfolgerin von Johannes Ponader gewählt. Die Internet-Partei kämpft seit Monaten mit internen Querelen und ist in Umfragen abgestürzt. In Neumarkt gab ein Mitglied auf offener Bühne seinen Wechsel zur Anti-Euro-Partei AfD bekannt. Am Wochenende wollen die Piraten ihr Wahlprogramm beschließen.

Die Hoffnung ist groß, dass die charismatische, erst 26 Jahre alte Nocun eine ähnlich wichtige Rolle spielen kann wie früher Vorzeige-Piratin Marina Weisband in gleicher Funktion. Nocun gab sich kämpferisch: „Wir müssen als Team verdammt noch mal zusammenarbeiten, die anderen vor uns hertreiben, denn sie haben es verdient.“ Die Partei müsse sich nun „den Arsch aufreißen“. Sie wolle von keinem Piraten mehr hören, „dass wir die Bundestagswahl nicht wuppen können“.

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"Piraten schauen nach vorne, die AfD nach hinten"

Nocun selbst kandidiert in Niedersachsen auf Listenplatz 2 für den Bundestag. Die Online-Redakteurin setzte sich gegen vier Kandidaten durch und erhielt im ersten Wahlgang 796 von 974 Stimmen. Allerdings können Piraten mehrere Stimmen pro Wahlgang abgeben. In den Bundesvorstand wurden am Abend Andi Popp und Christophe Chan Hin gewählt.

Zu einem kleinen Eklat kam es, als Christian Jacken, ein Kandidat für den Geschäftsführer-Posten, am Rednerpult erklärte, er sei zur Alternative für Deutschland (AfD) gewechselt. Er müsse dies tun, damit das „Euro-Betrugssystem“ beendet werde. Die mehr als 1000 Mitglieder quittierten das mit Buh-Rufen. Piraten-Chef Schlömer sieht in der AfD grundsätzlich aber keine direkte Konkurrenz. „Die Piraten schauen nach vorne, die AfD nach hinten.“.

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