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Präsidenten-Affäre: Wulff reiste mit mehreren Freunden

Der Ministerpräsident nahm gern persönliche Bekannte und alte Freunde mit, wenn er im Auftrag Niedersachsens ferne Länder besuchte. Nicht nur seinen Geldvermittler Geerkens.

Der Bundespräsident zu Gast bei Freunden

Weil er von einer befreundeten Unternehmerin ein Darlehen über 500.000 Euro zu marktunüblich günstigen Bedingungen aufgenommen hat, gerät Bundespräsident Christian Wulff zunehmend unter Beschuss. Es ist nicht das erste Mal, dass Wulff wegen seines guten Drahts zu reichen Unternehmern negativ auffällt. Um die Diskussion zu entschärfen, will Wulff nun für Transparenz sorgen. Über seine Anwälte ließ er am Wochenende alle privaten Urlaube bei persönlichen Freunden auflisten. Das sind die Gastgeber des Präsidentenpaares.

Quelle: dapd
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Ministerpräsident Christian Wulff war für den Unternehmer Egon Geerkens ein Glücksfall. Weder bei den Amtsvorgängern noch beim Nachfolger nahm der Schrotthändler und Immobilieninvestor je an Delegationsreisen teil. Wulff dagegen lud den Pensionär für Oktober 2008 nach Indien und China ein. Danach ging es unkompliziert: Geerkens schrieb einfach der Staatskanzlei, er wolle auch gern nach Japan (März 2009) und in die USA (Oktober 2009) mit. Prompt hieß es: guten Flug. Im Oktober 2008 erhielt das Ehepaar Wulff von Geerkens Ehefrau jene 500 000 Euro Kredit für den Hauskauf, über die nun die Republik diskutiert. In dieser Woche geht es weiter: Da beantwortet die niedersächsische Staatskanzlei 100 Fragen der Grünen-Landtagsfraktion zur Affäre des heutigen Staatsoberhaupts.

Wulffs väterlicher Freund war nicht der einzige Begleiter, dessen Teilnahme an den Wirtschaftstrips merkwürdig anmutet. Immer wieder nahm Wulff persönliche Bekannte mit, wenn er im Auftrag Niedersachsens ferne Länder besuchte.

Welche Politiker das größte Sitzfleisch haben

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Volker Bouffier (CDU)

Der hessische CDU-Innenminister von 1999 bis 2010 musste einige Affären aussitzen. Er beriet in einer Scheidungssache als Anwalt 1999 erst einen Freund und dann dessen Frau. Ein Verfahren wegen Parteiverrats wurde wegen Geringfügigkeit gegen Zahlung einer Auflage von 8000 Mark (rund 4000 Euro) eingestellt. Oder: Bouffier kaufte zum Steuersparen ein Haus in Sachsen von einer Firma, deren Geschäftsführer sich als Scientologe entpuppte. Es hat ihm aber nichts anhaben können: 2010 wurde er Ministerpräsident in Wiesbaden.

Quelle: dpa

Der Ministerpräsident entscheidet völlig frei, wen er – zusätzlich zu Unternehmern, die sich über die Handelskammern bewerben – auf seiner Tour dabei haben möchte. Theoretisch könnte der Regierungschef auch den Torwart von Hannover 96 einladen, um mal in Ruhe über das letzte Pokalspiel zu reden. Ganz so wild trieb Wulff es nicht. Aber auf den Teilnehmerlisten seiner Delegationsreisen finden sich etliche Namen, bei denen der Nutzen für das Land Niedersachsen weniger deutlich ist als die persönliche Nähe zum Landesvater.

Nach Russland (2006) und Indien/China (2008) begleitete Dieter Tiemann den damaligen Ministerpräsidenten. Das FDP-Mitglied, das einst in Osnabrück in der Nachbarschaft zu den Wulffs wohnte, firmiert als Vermögensmanagement und bietet „internationale Finanzdienstleitungen“ an und verspricht, seine „Kunden persönlich zu beraten“. Wegen seiner persönlichen Beziehung zu Christian Wulff möchte Tiemann über die Teilnahme an den Delegationsreisen nicht sprechen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.01.2012, 03:10 UhrAnonymer Benutzer: supi

    Mich würde mal interessieren was der Wullfling für die Hofierung des Islam in Deutschland von den Saudis bekommt? Ein Haus auf Palm Island oder vielleicht doch nur einen Kostenlosen Urlaub im Burj al Arab. Politiker sind schließlich billig, verdammt billig !

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