Präsidentschaftskandidat: Christian Wulff: Der smarte Papi der Nation

KommentarPräsidentschaftskandidat: Christian Wulff: Der smarte Papi der Nation

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Ministerpräsident Christian Wulff

von Christian Ramthun

Der Präsidentschaftskandidat von CDU, CSU und FDP ist ein Politiker ohne scharfe Kanten, aber mit langem Atem – ein bisschen wie Kanzlerin Angela Merkel light.

Christian Wulff ist ein Mann der breiten Mitte. Aufgefallen ist der Niedersachse in seiner CDU nie durch radikale Thesen oder Temperamente. Anfangs, in seinen 30er-Jahren, tendierte Wulff zum sozialpolitischen Spektrum der Union. Das lag vielleicht auch daran, dass sein Partei- und Alterskollege Roland Koch bereits den rechten Flügel der CDU besetzt hatte. Der ebenso freundliche wie smarte Wulff verkämpfte sich aber nie für politische Positionen und füllte später lieber die gesamte Bandbreite seiner bürgerlichen Volkspartei aus. Das passt auch besser zu seinem eher ausgleichendem Temperament (zumindest sind von ihm keine cholerischen Attacken aus seinem Büro wie bei manch anderem Politiker bekannt). Manche nannten ihn gelegentlich den beliebtesten Schwiegersohn, den die Union zu bieten gehabt hätte. Inzwischen, mit seinen fünf  Lebensjahrzehnten, würde man eher von einem Papi der Nation sprechen.

Ende eines beständigen Aufstiegs

Jenseits der fast schon masken- und phrasenhaften Freundlichkeit wusste Wulff jedoch immer, wohin er wollte: nach ganz oben. Erst bei der Schüler-Union ganz oben, dann beim RCDS, später der niedersächsische CDU-Landesverband. 2005 wurde Wulff endlich (nach zwei Niederlagen gegen Gerhard Schröder) Ministerpräsident im größten Flächenland. In der Bundes-CDU sitzt Wulff im Präsidium und ist einer der Stellvertreter von Angela Merkel. Allerdings ist damit der beständige Aufstieg zu seinem Ende gekommen. So wie bei Roland Koch. Doch wie dieser nun Knall auf Fall aufzuhören und etwas ganz neues anfangen zu wollen, dafür ist Wulff nicht der Typ. Wulff wartet lieber ab. Nun ist Horst Köhler überraschend vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten. Diese Chance nutzt Wulff, er kandidiert für das Amt im Berliner Schloss Bellevue.

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Sollte Wulff am 30. Juni von der Bundesversammlung zum Präsidenten gewählt werden – und die schwarz-gelbe Mehrheit spricht dafür -, werden die Deutschen sicherlich ein freundliches Staatsoberhaupt bekommen. Eines, das den Puls der Bürger nicht gerade höher schlagen lässt wie vielleicht bei einer Präsidentin Ursula von der Leyen. Aber eines, das uns Ruhe und ein positives Chi vermittelt. Ein solcher Präsident ist nicht verkehrt in turbulenten Zeiten wie diesen.

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