Wer ihn stützt, profitiert. In Altamira, einem Nobelviertel von Caracas, rümpft man die Nase über einen Richter, dessen sechs Luxusjeeps nicht mehr in die Garage passen und deshalb auf der Straße geparkt werden müssen. Den Banker Walter Molano vom auf Lateinamerika spezialisierten US-Bankhaus BCP Sec. wundert all das nur wenig: „Venezuela war immer ein Staat, in dem eine kleine Clique die Ölrente unter sich aufgeteilt hat – das ist unter Chávez nicht anders als unter seinen Vorgängern.“ Nach dem neuesten Korruptionsindex von Transparency International ist in Lateinamerika nur Haiti noch korrupter als Venezuela. Evangelina Carrillo, Chávez-Vertraute in der Generaldirektion zur Unterstützung der Nationalversammlung, hegt große Hoffnungen. „Letztes Jahr hat Chávez erstmals gesagt, dass er den ,Sozialismus des 21. Jahrhunderts’ schaffen will“, sagt die Ex- Gewerkschafterin mit den Che-Guevara-Postern an der Wand. „Heute befinden wir uns auf der Schwelle von der Reform zur Revolution.“
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