Praxisgebühr: Frohlockende Zahnärzte

KommentarPraxisgebühr: Frohlockende Zahnärzte

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Die Patientenzahl bei Zahnärzten ist seit der Abschaffung der Praxisgebühr um 5,8 Prozent gestiegen

von Cordula Tutt

Die Praxisgebühr hat nicht funktioniert, doch die steigende Zahl an Zahnarztbesuchen nach deren Ende ist noch keine gute Nachricht.

Die Praxisgebühr für gesetzlich Krankenversicherte ist seit Jahresbeginn gekippt, die Zahl der Zahnarztbesuche steigt seither. Das klingt, als ob nun wieder Menschen zum Dentisten gehen, die sich das vorher trotz Schmerzen und Beschwerden verkniffen haben. Zwischen April und Juni zählten die Zahndoktoren 5,8 Prozent mehr Patienten in ihren Wartezimmern als im Vorjahreszeitraum, als die Praxismaut noch fällig wurde. Zwischen 2004 und Ende 2012 mussten die meisten gesetzlich Versicherten über 18 beim ersten Arzt- oder Zahnarztbesuch im Quartal zehn Euro berappen. Wer arm oder aber wer Privatpatient ist, war ausgenommen.
Das klingt gut, ist aber wie oft im Gesundheitswesen nur ein Teil der Wahrheit. Die Argumente der Gegner nach dem Ende der ungeliebten Ärztemaut sind ebenso falsch wie es jene Gründe oft waren, die die Befürworter bis 2012 anbrachten.

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Glücklicher Patient im Krankenhaus Quelle: dpa/Montage

Anders als bei den Allgemeinärzten dürfte die Gebühr die Zahl der Arztbesuche bei den Dentisten nicht aufgebläht haben. Bei den übrigen Praxismedizinern zeigten sich zu Beginn des Quartals immer wieder Versicherte mit einer gewissen Mitnahmementalität. Sie nahmen nicht nur die Behandlung beim Hausarzt in Anspruch, sondern nahmen immer wieder und auf Vorrat auch gleich (kostenlose) Überweisungsscheine für Fachmediziner mit. So sank die Schwelle für einen weiteren Arztbesuch und der wohlige Eindruck entstand bei manchem, so nun wenigstens etwas fürs eigene Geld zu bekommen. Dieses „Quartalsfieber“ gab es bei Zahnärzten so nicht.

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Bei den Zahnärzten zahlte ohnehin nur zehn Euro, wer sich tatsächlich zur Behandlung am Praxistresen einfand. Die Vorsorge, also die Untersuchung ein- oder besser zweimal im Jahr, lief ohne Obolus, dafür mit Stempel im Vorsorge-Heftchen, was die privaten Kosten senkt, falls später doch mal eine Sanierung des Gebisses ansteht. Wer sich also gesundheitsbewusst verhielt, musste ohnehin für die Zähne erst mal nichts bezahlen, Kinder waren von der Praxisgebühr ganz ausgenommen.

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