Preisverfall: Bauern fordern erneut Nothilfen

Preisverfall: Bauern fordern erneut Nothilfen

Die deutschen Bauern fordern angesichts des Preisverfalls bei Fleisch und Milch erneut Hilfen von der Europäischen Union. Der Preisverfall hatte jüngst etwa in Frankreich zu teils heftigen Protesten geführt.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, verlangt in der aktuellen Ausgabe des „Focus“ konkrete Beschlüsse für ein Unterstützungsprogramm von Brüssel, um die Folgen des Russland-Embargos und der konjunkturelle Schwäche in anderen wichtigen Exportländern abzumildern. Der Preisverfall hatte jüngst etwa in Frankreich zu teils heftigen Protesten geführt.

Wer von der EU-Agrarpolitik profitiert – und wer nicht

  • Deutschland

    Die Bundesrepublik gehört zu den neun EU-Mitgliedsstaaten, die einen größeren finanziellen Beitrag zur Agrarpolitik leistet, als sie an Rückflüsse für diese Politik erhalten. Für jeden Euro an Brüssel erhielt Berlin 2010 für die Agrarpolitik 0,62 Euro zurück.

  • Belgien

    Das Euro-Land ist der größte Leidtragende der EU-Agrarpolitik. Für jeden Euro, den die Nationalregierung in Brüssel an die Staatengemeinschaft zahlt, erhält sie nur 0,39 Euro zurück.

  • Frankreich

    Das flächenmäßig größte Land Europas wies im Jahr 2010 einen ausgeglichenen Saldo aus. Für jeden Euro, der von Paris nach Brüssel floss, ging genau 1,00 Euro zurück. 2004 noch erhielt Frankreich 1,20 Euro zurück. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass es durch die Osterweiterung zu einer Umverteilung der Agrarausgaben hin zu den neuen Mitgliedsstaaten gekommen ist. „Dies sollte nicht ohne Einfluss auf die französischen Verhandlungsposition in Bezug auf die Agrarausgaben bleiben“, schreibt Berthold Busch vom IW Köln.

  • Irland

    Die „grüne Insel“ profitiert kräftig von der Agrarpolitik der Europäischen Union. Für jeden Euro an Brüssel erhielt Irland 2010 für die Förderung der heimischen Landwirte 2,62 Euro zurück. Nur fünf osteuropäische Länder profitierten noch mehr von den Agrartöpfen.

  • Litauen

    Das baltische Land ist der größte Profiteur der Brüsseler Agrarpolitik. Für jeden Euro, den das Land für die Agrarpolitik der Europäischen Union zusteuert, fließen 4,38 Euro zurück.

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Die EU-Agrarminister beraten am 7. September bei einem Sondertreffen über die Lage der Landwirtschaft. Rukwied bekräftigte die Forderung des DBV nach einer Exportoffensive für Agrarprodukte und Hilfszahlungen an Bauern. Dafür sollten die Zusatzeinnahmen aus der sogenannten Milchquoten-Superabgabe der EU genutzt werden.
Vor wenigen Tagen hatte der BDV den Schaden für die deutschen Milchbauern auf 600 bis 800 Millionen Euro binnen eines Jahres beziffert. So seien die deutschen Milchexporte nach Russland seit August 2014 von 125 auf acht Millionen Euro gesunken, die Ausfuhren von Fleisch und Fleischwaren von 175 auf 5 Millionen Euro und die von Obst und Gemüse von sieben Millionen auf 50 000 Euro.

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