Prekäre Beschäftigung: DGB fordert Verbesserungen für Minijobber

Prekäre Beschäftigung: DGB fordert Verbesserungen für Minijobber

, aktualisiert 23. März 2017, 04:49 Uhr
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Arbeit auf Abruf hinter dem Tresen: Minijobber bekommen oft nur geringen Lohn und eine mangelhafte Perspektive, kritisiert der Gewerkschaftsbund.

Quelle:Handelsblatt Online

Unterhalb der 450-Euro-Grenze verkümmern Arbeitnehmerrechte. Das dokumentierte bereits 2013 eine Studie. Nun legte der DGB nach – und stellt klar, dass Minijobs für Millionen Deutsche die einzige Erwerbsquelle sind.

BerlinDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat deutliche Verbesserungen für Millionen Minijobber in Deutschland gefordert. „Für rund fünf Millionen Menschen ist der Minijob die einzige Erwerbsquelle“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Dabei geht es zum Beispiel um Arbeit auf Abruf, um 100-Euro-Jobs, mit denen heute viele Verkäuferinnen im Einzelhandel durch die Gegend und an ihren Rechten vorbei geschoben werden.“ Die Bundesregierung müsse mehr Anstrengungen für die Betroffenen unternehmen.

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Buntenbach sagte, die schwarz-rote Koalition habe sich vorgenommen, die Übergänge der Betroffenen in reguläre Jobs zu erleichtern und Minijobber besser über ihre Rechte zu informieren. „Passiert ist wenig.“

Das müsse sich schleunigst ändern. „Denn Minijobs sind kein Randphänomen, sondern die am weitesten verbreitete Form prekärer Beschäftigung.“ Dabei gehe es meist gar nicht nur darum, ein paar Euro dazu zu verdienen. Bei den meisten sei die Folge: „Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder im Urlaub - Fehlanzeige!“ 60 Prozent der Minijobber seien Frauen.

Die Lage der insgesamt rund sieben Millionen Minijobber in Deutschland steht bei der Vorstellung einer umfassenden Studie an diesem Donnerstag in Berlin im Fokus. Erstellt wurde die Erhebung vom RWI (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung) in Essen. Eine Vorgängerstudie aus dem Jahr 2013 hatte gezeigt, dass Minijobbern vielfach Arbeitnehmerrechte vorenthalten werden.

Minijobber würden oft mit Minilöhnen abgespeist, kritisierte Buntenbach. „Das ist nicht akzeptabel.“ Nötig seien effektive Kontrollen und eine Reform der Minijobs. „Jede Art von Beschäftigung gehört in den Schutz der Sozialversicherungen.“

Statt Pauschalen müssten Beiträgen in die Sozialversicherung individuell zurechenbare Ansprüche gegenüberstehen. „So würden auch Menschen in „kleiner Teilzeit“ voll in die soziale Sicherung einbezogen.“ Ihr Wunsch nach mehr Arbeitsstunden oder gar vollzeitnaher Beschäftigung scheitere heute oft an der Mauer von 450-Euro-Minijobs.

Quelle:  Handelsblatt Online
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