Private Krankenversicherung: "Position gestärkt"

Private Krankenversicherung: "Position gestärkt"

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Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender vom Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV)

Im Gespräch mit wiwo.de zeigt sich Reinhold Schulte, Vorsitzender des PKV-Verbandes zufrieden mit dem Urteil des Bundesverfassungsgericht zur Gesundheitsreform, obwohl die privaten Versicherer scheiterten.

Was bedeutet das Urteil für die Krankenversicherungen in Deutschland?

„Die Auswirkungen des Basistarifs auf das Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherungen sind weniger gravierend, als wir bei der Klageerhebung vor einem Jahr absehen konnten. Das sieht auch das Bundesverfassungsgerichts so und daran orientieren wir uns. Aber die Richter haben auch ganz klar gesagt, dass die Entwicklung der Krankenversicherungen weiter beobachtet werden muss. Sollte es zu einem deutlichen Anstieg der Versicherten im Basistarif kommen, müsste das Thema neu entschieden werden. Unser Einwand bleibt somit bis auf weiteres auf Wiedervorlage.

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Ist den noch mit einer deutlichen Zunahme der Versicherten im Basistarif zu rechnen?

Nein, den sehe ich im Moment nicht. Von den 300.000 bis 500.000 Nichtversicherten, die nach Schätzung der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt in den Basistarif sollten, ist jedenfalls nichts zu spüren.

Das Urteil beinhaltet also keine Kröte, die der PKV-Verband schlucken muss?

Kaum, weil durch die 18-Monatsfrist für den Wechsel in den Basistarif und Begrenzung auf die Weitergabe der Altersrückstellungen auf dem Niveau des Basistarif der Gesetzgeber in der Zwischenzeit wesentlichen Folgen abgemildert hat. Nur bei der Wartezeit von drei Jahren für freiwillig gesetzlich Versicherte hatten wir uns eine Besserung durch das Bundesverfassungsgericht erhofft.

Das Geschäftsmodell der PKV steht mit dem Urteil nicht wie von Ihrer Branche im Vorfeld befürchtet vor dem Scheitern?

Keinesfalls. Im Gegenteil, wir sehen die Position der PKV gestärkt. Die Verfassungsrichter haben deutlich von der gewünschten Dualität im Gesundheitswesen gesprochen. PKV und GKV seien die zwei Säulen des Systems. Die einzelnen gesetzlichen Kassen haben hingegen kein Geschäftsmodell mehr, sie sind nach der Gesundheitsreform alle gleich. Da kann die PKV mit ihrem Kapitaldeckungsverfahren punkten. Die Altersrückstellungen von 130 Milliarden Euro bei den privaten Krankenversicherungen verhindern einen Anstieg der Versichertenbeiträge ab dem 65sten Lebensjahr. Demgegenüber sind viele gesetzlich Versicherte mit ihrer Krankenkasse unzufrieden.

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