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"Quasi-Steuer" abschaffen?: Aufstand gegen neue GEZ-Gebühr

von Dietmar Neuerer Quelle: Handelsblatt Online

Die Debatte um die neue Rundfunkgebühr gewinnt an Schärfe. Der Steuerzahlerbund bezweifelt, dass ARD und ZDF das "viele Geld" wirklich benötigen. Die FDP stellt das ganze System infrage und fordert eine Reform.

Anmeldeformulare der Gebühreneinzugszentrale GEZ. Quelle: dpa
Anmeldeformulare der Gebühreneinzugszentrale GEZ. Quelle: dpa

Mit deutlichen Worten machen der Bund der Steuerzahler und der Deutsche Kulturrat Front gegen den neuen Rundfunkbeitrag. „Wir fordern konkret, dass in einem ersten Schritt die neue Haushaltsabgabe zumindest für die Unternehmen abgeschafft wird“, sagte der Präsident des Steuerzahlerbunds, Reiner Holznagel, dem "Handelsblatt Online". „Außerdem sollen sich per „Opt-out“-Klausel auch alle Privathaushalte, die nachweislich kein Empfangsgerät besitzen, von der neuen Abgabe befreien können.“

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Holznagel kritisierte, dass es sich bei dem neuen Rundfunkbeitrag um eine „Quasi-Steuer“ handle und jeder zur Kasse gebeten werde, ob er nun das Angebot der öffentlich-rechtlichen nutze oder nicht. „Gewinner des neuen Beitrags sind ARD, ZDF und Co., die jetzt wohl noch mehr Geld von den Beitragszahlern erhalten“, sagte er.

Es müsse daher auch rasch geprüft werden, ob ARD und ZDF das „viele Geld“ wirklich benötigten. „Auch sollten die Sender endlich ihre teils kostspieligen Programme und Verwaltungsapparate einer Diät unterziehen“, verlangte der Steuerzahlerbund-Präsident. „Nicht alles, was an Leistungen angeboten wird, ist auch wirklich erforderlich.“

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Nach Ansicht des Geschäftsführers des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sollten nicht nur die öffentlichen-rechtlichen Anstalten von dem neuen Rundfunkbeitrag profitieren. Er ist daher der festen Überzeugung, dass die Haushaltsabgabe in der jetzt beschlossenen Form „keinen Ewigkeitswert“ haben werde.

„Grund ist aber nicht nur die Entwicklung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, sondern des gesamten Mediensystems in Deutschland“, sagte Zimmermann "Handelsblatt Online". „Besonders die regionalen Tageszeitungen in Deutschland werden dauerhaft ohne eine Unterstützung wohl kaum flächendeckend und vielfältig überleben können.“

Auch regionale und lokale, hochwertige journalistische Internetangebote würden sich ohne eine Unterstützung nicht in ausreichender Zahl entwickeln und im Markt halten können. Zimmermann glaubt daher, dass sich das mediale Angebot weiter ausdifferenzieren müsse. „Der altbekannte Öffentlich-Rechtliche Rundfunk wird eine wichtige Ankerfunktion behalten und neue Verbreitungswege nützen und heute noch rein kommerzielle Produkte, wie regionale und lokale Tageszeitungen, werden Teil der Nutznießer der Haushaltsabgabe werden.“

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.01.2013, 21:08 UhrRolf

    Rundfunkbeitrag verfassungswidrig / rechtswidrig


    Ein Haushalt oder eine Wohnung kann nicht beitragspflichtig sein!

    Ein Beitrag kann nur von einer Person erhoben und bezahlt werden!

    Städte und Gemeinden zahlen jetzt wesentlich mehr. Ist dies im Sinne der Staatsministerien?

    Der Mehrfachbeitrag für Betriebsstätten, Firmenfahrzeuge, Mietfahrzeuge, Hotels und Mehrfachwohnsitze ist rechts- und verfassungswidrig.

    Die Personen in den Betriebsstätten etc. haben bereits den Beitrag gezahlt.

    Jede Person kann nur einmal zeitgleich an dem Empfang teilnehmen.

    Hierzu wurden beim BVG (1 BvR 1700/12 und BvR 2603/12) Verfassungsbeschwerden durch den Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) eingereicht.

    Am Bayerischen Verfassungsgerichtshof (Vf. 24-VII-12) ist eine Popularklage anhängig.

    Ein geringerer Beitrag auf die Person bezogen würde das Problem lösen und wäre gerecht!

  • 17.01.2013, 22:18 UhrGehtsNoch

    Krass. Fordert der Olaf Zimmermann (Vorsitzender des Kulturrats), auch noch Zeitungen von den Nichtlesern zwangsfinanzieren zu lassen?

    Ähm, sonst geht's Ihnen gut, Herr Zimmermann?

  • 17.01.2013, 19:17 UhrObserver

    Alle aufrechten Politiker?
    Die Formulierung ist doch wohl nicht Ernst gemeint? Wo gibt´s denn die? Die leben doch längst - gemeinsam mit den Intendanten und Chefredakteuren der ÖRR - in einer Parallelgesellschaft und welche Last die "kleinen Leute" zu tragen haben, das interessiert diese Leute doch schon lange nicht mehr. Aber jedes Volk hat die Politiker, die es verdient, denn sie wurden ja von den Bürgern gewählt.

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