Randale von Hooligans: Gewaltsame Ausschreitungen bei Legida

Randale von Hooligans: Gewaltsame Ausschreitungen bei Legida

, aktualisiert 12. Januar 2016, 07:36 Uhr
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Legida ist gestern wieder auf die Straße gegangen.

Schaufensterscheiben gehen zu Bruch, Pyrotechnik wird gezündet. Zeitgleich zu Kundgebungen des fremdenfeindlichen Legida-Bündnisses und seiner Gegner randalieren in Leipzig Hooligans.

Zeitgleich zu einer Kundgebung der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung haben am Montagabend in Leipzig an mehreren Orten Hunderte Rechtsextremisten randaliert. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Autos angezündet, Pyrotechnik abgefeuert und Dutzende Schaufensterscheiben eingeschlagen. Vorfälle habe es in den Stadtteilen Connewitz/Südvorstadt und Plagwitz gegeben, sagte eine Sprecherin. Ob es auch Verletzte gab, konnte sie nicht sagen. Zur Feststellung der Personalien seien Hunderte Verdächtige in Gewahrsam genommen worden.

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Freital, Pegida und AfD - wo Rechte sich unterscheiden. Quelle: AP


Die Demonstrationen im Stadtzentrum, an denen Tausende Gegner und Anhänger von Legida teilgenommen hatten, verliefen den Angaben zufolge dagegen weitgehend friedlich. „Die Kundgebungen sind ohne größere Probleme beendet worden“, sagte die Sprecherin. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz, um die Lager zu trennen. Allein im linksgeprägten Stadtteil Connewitz randalierten etwa 250 Vermummte aus dem rechtsextremen Spektrum, darunter auch Hooligans. Die Polizei setzte die Verdächtigen fest und brachte sie zu Feststellung der Personalien in die Polizeidirektion. Später steckten nach Polizeiangaben auch linke Gruppen Mülltonnen in Brand und versuchten, Barrikaden zu errichten.

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Die Köpfe der Pegida-Bewegung

  • Köpfe und Wortführer

    Wer sind die Köpfe und Wortführer der islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden und anderswo? Einige Beispiele:

  • Kathrin Oertel

    Sie war die einzige Frau im zwölfköpfigen Organisationsteam von Pegida Dresden, die öffentlich in Erscheinung trat. Laut Medienberichten ist sie 37 Jahre alt und arbeitet als Wirtschaftsberaterin. Zuletzt fungierte sie als Pegida-Sprecherin und Schatzmeisterin – und trat als Gesicht von Pegida bei Günther Jauch auf. In ihren Ansprachen schlug Oertel vergleichsweise moderate Töne an, persönliche Angriffe überließ sie anderen. Am 18. Januar wurde bekannt, dass sie von ihren Ämtern zurücktritt. Zur Begründung hieß es, sie sei bedroht worden.

  • Sebastian Nobile

    Veranstalter der Kögida-Demo in Köln und Pressesprecher der Pegida NRW, nennt sich „freiheitlich-christlicher Patriot“. Medienberichten zufolge war er Aktivist der „German Defence League“, die islamfeindlich und rechtsextrem ist. Laut Polizei hat er mehrfach Demos mit rechtsradikalen Anliegen angemeldet.

  • Melanie Dittmer

    Sie organisierte zuletzt die Bonner „Bogida“-Demos. Medienberichten zufolge war die 36-Jährige im Landesvorstand der NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“. Dem „Spiegel“ sagte sie jüngst, es sei für sie unerheblich, ob es den Holocaust gegeben habe. Dittmer sitzt im Vorstand von Pro NRW. Pegida NRW teilte am Dienstag mit, wegen „inhaltlicher Differenzen“ sei die Zusammenarbeit mit Dittmer beendet.

  • Udo Ulfkotte

    Ex-Journalist und Autor des Bestsellers „Gekaufte Journalisten“, gibt den „Lügenpresse“-Rufern Futter und sieht auch schon seit langem Europa von fanatischen Muslimen bedroht. Schon 2003 erschien dazu sein Buch „Der Krieg in unseren Städten“. In diese Richtung argumentierte auch das Buch „Heiliger Krieg in Europa“.

  • Karl Schmitt

    Er organisiert in Berlin die Bärgida-Bewegung. Der promovierte Ingenieur (60) war 14 Jahre bei der CDU kommunal aktiv, trat 2008 aus und gründete die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ mit. Die CDU habe zu wenig Distanz zur Linken gezeigt und die Gefahr der muslimischen Parallelgesellschaft in Deutschland nicht erkannt. Die „Freiheit“ verließ Schmitt auch nach einem Jahr.

  • Lutz Bachmann

    Er war das Gesicht von „Pegida“ in Dresden: Bachmann rief die Facebook-Gruppe ins Leben, die das islamkritische Bündnis begründete. Er sei kein Rassist, betonte der wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte 41-Jährige stets – doch er musste zurücktreten, da gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

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