
dpa BERLIN. Die Bundesregierung will ihre Konjunkturerwartungen nach Presseinformationen deutlich nach unten korrigieren. Statt der bislang unterstellten 1,6 Prozent rechneten die Experten der Regierung für 2005 nur noch mit einem Plus von einem Prozent, berichtete die „Welt am Sonntag“. Für 2006 werde ein Wirtschaftswachstum von rund anderthalb Prozent erwartet. Forschungsinstitute, EU, IWF und die Bundesbank hatten zuvor schon ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr drastisch nach unten revidiert. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nannte den Bericht auf dpa-Anfrage „reine Spekulation“. Die Frühjahrsprognose der Regierung werde am 29. April vorgelegt. Eine Festlegung dafür gebe es noch nicht, sagte der Sprecher. Der CDU-Haushaltsexperte Dietrich Austermann forderte angesichts des schwachen Wachstums zusätzliche Reformen. „Die beim Jobgipfel verabredeten Maßnahmen reichen nicht aus und müssen deshalb dringend nachgebessert werden“, sagte Austermann dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Ein Beispiel sei die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Bislang hatte die Bundesregierung für 2005 ein Konjunkturwachstum von 1,6 Prozent unterstellt. Die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten ihre Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum erst kürzlich auf 0,8 Prozent gesenkt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie revidierte seine Vorhersage von vormals 1,5 auf ein Prozent. Die Bundesbank geht nach Angaben vom März ebenfalls von einem Prozent Wachstum aus. Nach Darstellung in Brüssel wird Deutschland in diesem Jahr sogar das Schlusslicht beim Wachstum in der EU sein. Die verschlechterte Prognose reißt laut „Welt am Sonntag“ auch ein Loch in die Rentenkasse. Weil für Löhne und Gehälter 2005 in der Summe nur noch ein Plus von 0,5 Prozent zugrunde gelegt werde - und damit erheblich weniger als bisher angenommen -, fehlten der Alterskasse Beiträge in Milliardenhöhe. Zur Deckung der Einnahmelücke sei eine Anhebung des Rentenbeitragssatzes von derzeit 19,5 Prozent um mindestens 0,2 Prozentpunkte „im Gespräch“. Dies wies der Sprecher des Bundessozialministeriums, Klaus Vater, zurück. Der Rentenbeitragssatz solle auch 2006 stabil bleiben.












