Regierungs- und Koalitionskreise: Regierung revidiert Wachstumsprognose nach oben

ThemaKonjunktur

Regierungs- und Koalitionskreise: Regierung revidiert Wachstumsprognose nach oben

Die Bundesregierung wird ihre Wachstumsprognosen für Deutschland nach oben korrigieren. Allerdings werden die neuen Schätzwerte nicht ganz an die der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute heranreichen.

Die Institute hatten ihre Prognosen kräftig auf 2,1 Prozent für dieses und 1,8 Prozent für das nächste Jahr nach oben gesetzt. Mit Blick auf die neuen Regierungszahlen sagte eine damit vertraute Person: "Das ist zu hoch." Die Regierung sei für beide Jahre etwas zurückhaltender.

Das könnte die Konjunkturerholung bremsen

  • Krisen in Griechenland und Russland

    Die Schuldenprobleme Griechenlands und der Konflikt zwischen Russland und dem Westen bleiben Unsicherheitsfaktoren für die deutsche Konjunktur. Denn ein Eskalieren der Griechenland-Krise mit einem Ausstieg aus dem Euro dürfte für Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen und Investoren verschrecken. Zudem brechen die deutschen Exporte nach Russland wegen der westlichen Sanktionen immer stärker ein. Die Warenausfuhren sanken im Januar um rund 35 Prozent - einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Oktober 2009.

  • Wichtige Absatzmärkte USA und China schwächeln

    In den beiden größten Volkswirtschaften läuft es derzeit nicht so rund wie von vielen erhofft. "Seit Jahresbeginn haben viele US-Konjunkturdaten enttäuscht", sagt Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Dafür seien vor allem der strenge Winter verantwortlich und Streiks bei Hafenarbeitern an der Westküste. Dies habe die Baubranche gebremst und die Industrie belastet. Die Commerzbank geht zwar davon aus, dass die US-Konjunktur im Frühjahr wieder in Schwung kommt, senkte aber ihre Wachstumsprognose für die USA auf 2,8 von 3,2 Prozent.

     

    Zudem kühlt sich die chinesische Wirtschaft zunehmend ab. Von Reuters befragte Experten gehen davon aus, dass sie zwischen Januar und März binnen Jahresfrist um sieben Prozent gewachsen ist - dies wäre so wenig wie seit rund sechs Jahren nicht mehr.

  • Investitionsschwäche

    Trotz der extrem niedrigen Zinsen kommen die Investitionen der Unternehmen kaum in Gang. Viele Firmen halten sich wohl auch wegen der vielen geopolitischen Risiken und internationalen Konflikten mit Ausgaben eher zurück. "Die Investitionen dürften - angesichts eingetrübter Absatzperspektiven auf den Exportmärkten und weiter hoher globaler Konjunkturrisiken - nur vergleichsweise moderat zulegen", sagt der Konjunkturchef des Berliner DIW-Instituts, Ferdinand Fichtner.

Die neue Regierungsschätzung soll Mitte der kommenden Woche veröffentlicht werden. Sie soll dann Grundlage sein für die nächste amtliche Steuerschätzung. Noch aber liegen nur vorläufige Schätzzahlen vor. Bislang rechnete Schwarz-Rot mit einem Zuwachs der deutschen Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im kommenden Jahr.

Anzeige

weitere Artikel

Eine Anhebung der Prognose signalisierte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. In einem Redetext für eine IWF-Veranstaltung in Washington sprach er davon, dass die Wirtschaftsindikatoren inzwischen für ein besseres Bild der deutschen Konjunktur sprächen, als man es noch Ende des vergangenen und Anfang des laufenden Jahres gezeichnet hatte. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte die Schätzwerte der Institute in Washington am Rande der Frühjahrstagung des IWF als am "oberen Rand" des Prognosespektrums ein.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%