Regulierung: Sieben Dinge, die wir noch regeln müssen

Regulierung: Sieben Dinge, die wir noch regeln müssen

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Die EU-Kommission untersucht künftig unseren Energieverbrauch. Zum Beispiel beim Duschen und Baden.

von Thorsten Firlus, Konrad Fischer, Max Haerder, Cornelia Schmergal und Christopher Schwarz

Vorschriften, wohin das Auge blickt. Wie krumm darf die Gurke sein, was gehört auf den Fahrradfahrerkopf? Alles ist geregelt. Die letzten Reste selbstbestimmten Handelns könnten schon nächstes Jahr verschwinden. Hier eine kleine Streichliste.

Dass wir im Dunkeln sitzen, während sich die gemeine Sparleuchte bequemt, ihre Lux zu entfalten, daran haben wir uns gewöhnt. Dass Glühbirnen überhaupt Teufelszeug sind, wurde uns per EU-Verordnung auf die harte Tour vermittelt.

Und was nach Scherz klingt, wurde schon 2010 bekannt: Die EU-Kommission darf künftig alle Produkte daraufhin untersuchen, wie viel Energie sie verbrauchen, und gegebenenfalls Grenzwerte setzen. Wie viel Wasser zum Beispiel durch den Duschkopf rauscht. Schluss mit Verwöhnminuten unter der Rainshower-Anlage.

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Aber warum auf halber Strecke stehen bleiben? Kalt duschen spart Energie und ist gut für den Kreislauf. Mehr als 28 Grad braucht das Duschwasser nicht warm zu sein, Badewasser entfaltet seine erfrischende Wirkung schon bei 23 Grad.

Doch die Realität scheint jegliche Satire zu schlagen: Im kommenden Jahr entscheidet die EU-Kommission, ob auch Sneakers, Sessel oder TK-Lasagne einer Prüfung unterzogen werden müssen. Darauf wären nicht mal wir gekommen.

Weiß wie Koks

Kiffen ist schädlich, zu viel Rotwein auch. Drogenkonsum überhaupt. Nur durch intensive Lobbyarbeit ist zu erklären, dass die liebste Droge des modernen Menschen durch das Raster der Aufpasser und Gesundheitsapostel gerutscht ist: Salz. Steht überall rum, weiß wie Koks. Rieselt – wenn es nicht gerade in der Mühle verwahrte, rosafarbene Himalajakristalle sind – ebenso willig auf jede Speise. Selbst auf die, die Köche nicht fad lassen. Das lässt sich mancher Mensch nicht nehmen: nachsalzen, ohne zu probieren. Dabei sind die Risiken allen bewusst. Bluthochdruck, Herzkasper, Abtritt, danke schön.

Das verfemte Rauchen ist längst auf der Abschussliste gelandet. Die Gründe, warum es der Tabak in der Regulierungswut vor den Alkohol und mit weitem Abstand vor das Salz geschafft hat, bleiben im Dunkeln. Vom Vorbild lässt sich aber was lernen: Wie wär’s mit Bildern von verstopften Venen auf die Meersalzpackung statt lustig anzuschauender Wellen?

Salzfässer in Restaurants werden künftig auf einen Tisch vor der Eingangstür verbannt. Salz darf auch nicht so billig sein. Eine Gesundheitsabgabe in Höhe von 3000 Prozent sollte die leichtfertigsten Käufer abschrecken. Damit unser Leben bald auch beim Essen wird, was es bei anderen Hobbys ist: gesund, aber fad.

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