Reisekosten: Ab 2012 mehr Kilometergeld

Reisekosten: Ab 2012 mehr Kilometergeld

von Hans-Jürgen Klesse

Die deutsche Wirtschaft drängt auf eine Vereinfachung des komplizierten deutschen Reisekostenrechts. Ein Anfang soll jetzt gemacht werden.

Am kommenden Mittwoch wollen die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble den Spielraum für eine Vereinfachung des Reisekostenrechts ausloten. Die Wirtschaft dringt schon lange auf eine Vereinfachung der komplizierten Vorschriften. Bis Jahresende soll der Gesetzentwurf stehen, 2012 könnten die Änderungen in Kraft treten. Gut stehen die Chancen für eine Anhebung der Kilometerpauschale von 30 auf 35 Cent pro Kilometer für Fahrten mit dem privaten Pkw zu sogenannten Auswärtstätigkeiten .

„Dagegen wird sich Schäuble nicht sträuben, zumal einige Bundesländer für den öffentlichen Dienst schon heute den höheren Satz zahlen“, sagt der Steuerrechtsexperte Uwe Albert, der den Bundesverband der Deutschen Industrie bei den Reformvorschlägen zum Reisekostenrecht berät. Auch bei der Definition, was Auswärtstätigkeiten sind, dürfte der Fiskus in Zukunft großzügiger verfahren: Während die Finanzämter bisher davon ausgingen, dass ein Arbeitnehmer mehrere regelmäßige Arbeitsstätten haben kann und die steuerfreie Zahlung der Kilometerpauschale häufig nicht anerkennen wollten, soll es in Zukunft nur noch eine regelmäßige Arbeitsstätte geben.

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Bürokratischer Balast soll abgebaut werden

Unsicher ist noch, ob es auch bei den Verpflegungspauschalen Vereinfachungen gibt. „Wir wollen die dreistufige Staffelung mit Pauschalen zu sechs, zwölf und 24 Euro auf nur noch zwei reduzieren“, sagt Albert. Die Wirtschaft plädiert außerdem für eine ersatzlose Streichung der sogenannten Sachsbezugswerte. Diese steuerlichen Werte – 1,57 Euro für Frühstück, 2,83 Euro für Mittag- und Abendessen – müssen vom Arbeitnehmer versteuert werden, wenn der Arbeitgeber zusammen mit der Übernachtungsrechnung die Kosten für einzelne oder mehrere Mahlzeiten übernimmt, etwa bei ganztägigen Seminarveranstaltungen. „Ein völlig überflüssiger bürokratische Aufwand“, argumentiert Steuerexperte Albert.

Wird an der doppelten Haushaltsführung geschraubt?

Schäubles Beamte sehen das zwar im Prinzip genauso, die Streichung würde aber zu Steuermindereinnahmen führen. Gegenfinanzieren will das Ministerium die Ausfälle am liebsten durch eine Verschärfung der Regeln bei doppelter Haushaltsführung, etwa bei Antritt eines neuen Jobs. Bisher sind die zusätzlichen Übernachtungskosten absetzbar, wenn die Zweitwohnung nicht mehr als 60 Quadratmeter Fläche hat. Das Finanzministerium will die Beschränkung zwar streichen, statt dessen aber eine zeitliche Begrenzung oder eine prozentuale Regelung einführen, die Mehreinnahmen bringen soll. Die Verbände lehnen das ab: „Da soll eine bürokratische Regelung durch eine andere ersetzt werden“, schimpft Albert, mit Vereinfachung hat das nichts zu tun.“

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