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kolumneRente: Mit Strom über fünf Prozent Rendite absichern

Kolumne von Henning Krumrey

Die Euro-Retterei gefährdet nicht nur die Staatsfinanzen, sondern auch die Altersvorsorge der Deutschen. Dabei sollte man dort hinschauen, wo der Staat den Investoren noch saftige Prozente garantieren kann.

Männer ab Jahrgang 1985 zahlen mehr ein, als sie aus der staatlichen Rente herausbekommen. Quelle: dpa
Männer ab Jahrgang 1985 zahlen mehr ein, als sie aus der staatlichen Rente herausbekommen. Quelle: dpa

Das ZDF hat die Mainzelmännchen, der 1. FC Köln hat seinen Geißbock. Und früher hatten auch die alten Leute ein Maskottchen: einen kleinen, rundlichen Mann mit listigen, lustigen Augen und einer kleinen Brille, der in breitem Hessisch sein beruhigendes Mantra abspulte: „De Rende is sischa.“ Aber die Vorhersagen des Norbert Blüm sind lange passé.

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Nicht mehr die Rente ist sicher, sondern der Mangel.

Plötzlich, rechtzeitig zum Bundestagswahlkampf, mutiert das staatliche Vorsorgesystem wieder zur politischen Großbaustelle: Kindererziehungszeiten, Zuschussrente, Riester-Verträge, Erwerbsminderungsschutz. Die doppelte Botschaft der hektischen Ankündigungen: Es reicht nicht, und es wird teuer. Selbsthilfe tut not.

Die Klage von Blüms Amtsnachnachfolgerin Ursula von der Leyen über die drohende Altersarmut hat nun – hoffentlich – dem Letzten klargemacht: Üppig wird der per staatlichem Umlagesystem finanzierte Lebensabend nicht. Denn ein Rentenniveau von schlimmstenfalls 43 Prozent vom durchschnittlichen Nettoeinkommen bedeutet für jeden eine heftige Einbuße – selbst bei ordentlichem Verdienst. Wer bislang 25 Jahre lang jeden Monat den Höchstbeitrag eingezahlt hat, kann auf seiner Renteninformation schon heute die Einschränkung von morgen ablesen: 1165 Euro hat er sicher. Und bleibt er vollbeschäftigt bis zum 67. Lebensjahr, sind in heutigen Preisen 2030 Euro drin – für den Höchstzahler. Der Hinweis auf die drohende Versorgungslücke hat immer noch dieselbe Größe wie vor ein paar Jahren, nur die Lücke ist weiter gewachsen. Wer sich mit kleinen Löhnen durchs Leben schlagen oder minijobben musste, kommt nach dem Renteneintritt nicht ohne Stütze aus.

Männer ab Jahrgang 1985 erleiden eine negative Rendite aus dem staatlichen System – sie zahlen mehr ein, als sie herausbekommen. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine, die immer noch viele verdrängen. Weil die Menschen erfreulicherweise stetig älter werden, war die Senkung des Rentenniveaus unvermeidlich. Schließlich war es für die Politik noch unattraktiver, die Beiträge weiter zu erhöhen oder die Lebensarbeitszeit auf die eigentlich ohnehin erforderlichen 70 Jahre zu verlängern.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 22.10.2012, 15:20 Uhraaaa30

    Erst diese Woche kam ein Beitrag in Tele-Akademie(3SAT) von Prof. Dr. Michael Hartmann. Danach hat ein Mann in der unteren Einkommensstufe lediglich eine Lebenserwartung von 70 Jahren. Wenn man das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anhebt, bekommen dies Leute im Schnitt gar keine Rente mehr. Bei Frauen ist die Lebenserwartung im unteren Einkommensbereich immerhin noch 76 Jahre.

    Die wirklichen Gewinner wären auch dieses mal die Besserverdienenden, weil deren Lebenserwartung deutlich höher liegt (über 80 Jahre).

    Die Erhöhung des Renteneintrittsalters wäre damit erneut nichts weiter als eine Umverteilung von unten nach oben.

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