Rente: Widerstand gegen die Vorsorgepflicht für Selbstständige

Rente: Widerstand gegen die Vorsorgepflicht für Selbstständige

Bild vergrößern

Hüterin der Rentenkassen

CDU-Politikerin von der Leyen fängt Unternehmer ein

von Cornelia Schmergal

Sozialministerin Ursula von der Leyen plant eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige. Die opponieren heftig – und erzielen erste Erfolge.

Tim Wessels gibt nicht auf. Er hat 80 000 Unterschriften gesammelt und eine Petition beim Bundestag eingereicht. Er hat Ursula von der Leyen besucht und der Bundessozialministerin beim Kaffee seine Kritik vorgetragen. Er hat eine Homepage geschaltet und dazu aufgerufen, alle Abgeordneten mit Beschwerden zu fluten. Wessels folgt einer Mission: Er will die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige verhindern.

Von der Leyen will die Unternehmer künftig zwingen, für ihr Alter vorzusorgen. Ob sie sich privat oder in der gesetzlichen Rentenkasse mit einem Basisschutz absichern, bleibt den Selbstständigen zwar freigestellt.

Anzeige

Allerdings müssen sie beweisen, dass ihre Ersparnisse ausreichen. Und was der Staat dabei als Vorsorge akzeptiert, legt er selbst fest. „Das verbessert den sozialen Schutz von Selbstständigen und wirkt ihrer möglichen Abhängigkeit von Grundsicherungsleistungen im Alter entgegen“, heißt es in einem Papier des Ministeriums. Oder kurz: Wer selbst versorgt, der ist später nicht von der Hilfe der Steuerzahler abhängig. Die Beamten schätzen, dass bis zu drei Millionen Unternehmer von der neuen Pflicht betroffen sein könnten.

Protest gegen die Pflicht zur Altersvorsorge

Dumm nur, dass sich viele Selbstständige gar nicht zwangsbeglücken lassen wollen. Tim Wessels etwa hat sich mit seiner digitalen Unterschriftenliste zum Kopf des Widerstandes gemacht. In Münster führt er ein IT-Unternehmen mit zehn Mitarbeitern. Was er für später zurücklegt, mag er sich nicht diktieren lassen. „Ich sehe keinen Grund, warum der Staat den Selbstständigen die Verantwortung für ihr Alter abnehmen sollte“, sagt der 28-Jährige.

Genau wie sein Mitstreiter Andreas Lutz fürchtet Wessels zu hohe Lasten für Existenzgründer und einen Wust an Bürokratie. Demnächst reist er wieder in die Hauptstadt. Im September steht das nächste Treffen mit der Sozialministerin an, und die FDP-Fraktion lädt zum Rentenkongress, im Oktober redet Wessels vor dem Petitionsausschuss des Bundestages.

Auch die Verbände haben ihre Lobbyisten in Marsch gesetzt. Lutz Göbel, Präsident der Familienunternehmer ASU, wurde Anfang Juni im Sozialministerium vorstellig. „Wir sind entschieden gegen die Versicherungspflicht für Selbstständige“, wetterte er. „Die Politik maßt sich an, zu wissen, welche Altersvorsorge richtig oder falsch, krisensicher oder nicht ist.“

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%