Rentendebatte: Die strapazierte Rentenkasse

Rentendebatte: Die strapazierte Rentenkasse

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Die Renten sollen 2015 steigen.

von Max Haerder

Der Beitragssatz - kann sinken. Die Renten - sollen 2015 steigen. Die Rücklage - üppig. Klingt alles rosig. Leider sieht die Wirklichkeit anders aus.

Abwarten, einfach in Ruhe abwarten. So lautete das Mantra der Bundesregierung, wenn der Chor der Kritiker wieder besonders laut wurde. Die Folgen des Rentenpakets würden gar nicht so fatal ausfallen, wie von vielen befürchtet. Wenn es denn erst einmal in Kraft wäre, würden sich viele Befürchtungen auflösen. In Luft.

In Kraft ist die Reform nun. Die Mütterrente wird bereits ausgezahlt und der Anspruch auf volle Frührente ab 63 für langjährige Beitragszahler gilt. Es wird Zeit für einen ersten Strich unter die Rechnung.

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Die fällt für die Große Koalition nicht gerade angenehm aus. Die alljährliche Finanzprognose, die die Rentenversicherung am Dienstag präsentierte, offenbart vor allem eines: Die Rente ab 63 ist ein Renner zulasten des Arbeitsmarktes. Und eine noch höhere Belastung für die Rentenkasse als ohnehin befürchtet. Von wegen Luft.

Rund 900 Millionen Euro hatte die Regierung für die 63er-Rente in diesem Jahr offiziell veranschlagt. Die Rentenversicherung rechnet nun mit 1,25 Milliarden. 2015 werden es statt geplanter 1,9 sogar drei Milliarden sein. Bis Ende Oktober stellten bereits allein 163.000 Rentner in spe einen Antrag auf abschlagsfreie Frührente.

Beitragssatz sinkt Renten könnten um bis zu zwei Prozent steigen

Die gut 20 Millionen Rentner können auf eine Rentenerhöhung im kommenden Jahr hoffen. Die Renten könnten um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen.

Die gut 20 Milliarden Rentner können auf eine Rentenerhöhung im kommenden Jahr hoffen. Die Renten könnten um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen. Quelle: dpa

Der Run, heißt es nun, sei gerade zu Beginn größer als erwartet. Eine mittelfristige Explosion der Kosten jenseits der Regierungsplanung dürfe daraus keinesfalls geschlossen werden.

Das wird so sein. Und doch zeigt das erste richtige Preisschild der Rentenreform (die milliardenschwere Mütterrente bewegt sich im Rahmen des Erwarteten) eines sehr deutlich: Die Regierung verlässt sich in ihrer üppigen Rentenpolitik ausschließlich auf den exzellent laufenden Arbeitsmarkt. Fällt der Jobboom erst einmal weg, wird die Rentenkasse sehr schnell an ihre Grenzen stoßen. Regieren mit Weitblick ist das nicht.

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Die Kombination aus mehr sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und steigenden Löhnen füllt glücklicherweise die Rücklage. Noch. Deshalb kann der Rentenbeitrag zum 1. Januar um 0,2 Prozentpunkte sinken. Und deshalb werden die Renten kommendes Jahr zwischen einem und zwei Prozent wachsen.

Das sind Momentaufnahmen, schöner Schein, mehr aber auch nicht. Mit nachhaltiger Renten-Politik ist die Große Koalition bislang nicht aufgefallen. Bislang kommt sie damit durch.

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