Renteneintrittsalter: Bundesregierung hält an Rente mit 67 fest

Renteneintrittsalter: Bundesregierung hält an Rente mit 67 fest

, aktualisiert 19. November 2014, 05:58 Uhr

Die Bundesregierung will an der schrittweisen Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre nicht rütteln - auch aufgrund des demografischen Wandels.

Angesichts immer zahlreicherer Älterer in Beschäftigung hält die Bundesregierung an der Rente mit 67 fest. „Die Bundesregierung hält die im Jahr 2007 beschlossene schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze weiterhin für notwendig und für vertretbar“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Regierungsbericht. Er soll an diesem Mittwoch im Kabinett abgesegnet werden. Auch die „Passauer Neue Presse“ (Mittwoch) berichtete darüber.

„Im kommenden Jahr wird die Regelaltersgrenze zum vierten Mal um einen weiteren Monat angehoben“, so der Bericht aus dem Haus von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Weder Beschäftigte noch Arbeitgeber seien durch die Anhebung der Altersgrenze überfordert. „Immer mehr Beschäftigte erleben, dass ihre Erfahrung und ihr Wissen auch im Alter noch gefragt sind.“

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Die sieben größten Ängste der Deutschen

  • Schlechte Wirtschaftslage

    41 Prozent fürchten sich vor einer schlechten Wirtschaftslage.

    Quelle: R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“

  • Spannungen durch Ausländer

    43 Prozent sorgen sich vor Spannungen durch Ausländer.

  • Überforderung der Politiker

    Skeptisch bewerten die Deutschen die handelnden Politiker: 44 Prozent haben Angst, dass diese überfordert sind.

  • Schwere Erkrankung

    47 Prozent fürchten sich vor schweren Erkrankungen.

  • Pflegefall im Alter

    Rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland – Tendenz steigend. Dementsprechend hoch ist auch die Besorgnis der Deutschen, im Alter anderen als Pflegefall zur Last zu fallen. Mit 51 Prozent liegt dieses Thema gemeinsam mit der Furcht vor Naturkatastrophen auf Platz 2.

  • Naturkatastrophen

    Überschwemmungen durch Starkregen, Hagel, Stürme: Mit 51 Prozent liegt die Furcht vor zunehmenden Naturkatastrophen auf Platz 2 der Ängste-Skala – gleichauf mit der Angst vor Pflegebedürftigkeit.

  • Steigende Lebenshaltungskosten

    Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten steht mit 58 Prozent an der Spitze.

Die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen sei von 20 Prozent im Jahr 2000 auf fast 50 Prozent gestiegen. Auch bei jenen, die tatsächlich sozialversicherungspflichtig im Job sind, sei die Quote deutlich nach oben gegangen - auf rund 32 Prozent. Seit dem Jahr 2000 wuchs deren Zahl um rund eine Million auf 1,6 Millionen.

Vor allem Großbetriebe stellten sich verstärkt auf den demografischen Wandel ein. Die Potenziale älterer Arbeitnehmer würden zunehmend geschätzt, besonders angesichts drohenden Fachkräftemangels.

Kabinettsbeschluss Rentenbeitragssatz sinkt auf 18,7 Prozent

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt Anfang 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent des Bruttolohns.

Der Rentenbeitragssatz wird 2015 sinken Quelle: dpa

Die SPD hatte im Jahr 2012 gefordert, den Einstieg in die Rente mit 67 auszusetzen, bis mindestens die Hälfte der 60- bis 64-jährigen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Die Grünen kritisierten kürzlich, dass zu wenig getan werde, um die Voraussetzungen für die Rente mit 67 zu schaffen. So hätten ältere Arbeitslose praktisch keine Chance auf einen neuen Job, sagte Rentenexperte Markus Kurth der dpa. „Gerade für gesundheitlich angeschlagene Beschäftigte bleibt die Rente mit 67 vielfach eine Rentenkürzung.“

Die Rente mit 67 soll endgültig 2029 erreicht werden. Die schrittweise Anhebung der Altersgrenze hat zum Ziel, dass der Rentenbeitrag bis 2020 nicht über 20 Prozent steigt - und dass das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinkt. Dieses Niveau bezeichnet das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten.

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Im Kabinett soll zudem der Rentenversicherungsbericht 2014 beraten werden. Seine Modellrechnungen auf Basis bestimmter wirtschaftlicher Annahmen zeigen, dass die gut 20 Millionen Rentner in den nächsten Jahren mit spürbaren Rentenerhöhungen rechnen können.

Der Bericht geht von einer Rentenanpassung im Westen von 1,57 Prozent im kommenden Jahr aus. Er nennt dann Erhöhungen um 4,51 Prozent für 2016, um 2,44 Prozent für 2017 und um 2,41 Prozent für 2018. Für Ostdeutschland nennt der Bericht mögliche Erhöhungen um 1,71 Prozent fürs kommende Jahr, um 4,62 Prozent für 2016, um 2,53 Prozent für 2017 und um 2,5 Prozent für 2018.

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