Rheinland-Pfalz: Kassenärzte wollen für Arztbesuch wieder Gebühr

Rheinland-Pfalz: Kassenärzte wollen für Arztbesuch wieder Gebühr

, aktualisiert 24. März 2017, 14:06 Uhr
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Bei der gewünschten Gebühr handelt es sich um eine Selbstbeteiligung, die von den Kassen eingezogen wird. Ein Anteil von maximal zwei Prozent am Arztgehalt bei jeder Behandlung wäre denkbar.

Quelle:Handelsblatt Online

In Rheinland-Pfalz fordern Kassenärzte ein Art Revival der Praxisgebühren: Zusätzliche Selbstbeteiligung am Arzthonorar soll überflüssige Inanspruchnahme vermeiden und den drohenden Ärztemangel entschärfen.

Berlin/Mainz„Wir sollten über eine sozial abgefederte prozentuale Zuzahlung bei jedem Arztbesuch nachdenken“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in dem Bundesland, Peter Heinz, der „Rhein-Zeitung“ (Freitag). Dies sei keine neue Praxisgebühr, betonte er. Die Patienten müssten aber stärker in die Pflicht genommen werden, „weil wir die Zahl der überflüssigen Arzt-Patienten-Kontakte im Interesse der ländlichen Versorgung herunterfahren müssen“.
In Deutschland gehe ein Patient im Jahr im Schnitt 18 Mal zum Arzt, in Skandinavien seien es nur vier Arztbesuche. Mit Blick auf den drohenden Ärztemangel warnte er: „Wir können uns diese unnötige Inanspruchnahme von Ärzten nicht mehr leisten. Die Ärzte müssen sich um die wirklich Kranken kümmern.“

Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte sich wiederholt für eine bessere Steuerung der Patienten ausgesprochen. Die von der schwarz-gelben Bundesregierung 2013 abgeschaffte Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal hatte jedoch keinen nennenswerten Steuerungseffekt erzielt.
Nach den Vorstellungen von Heinz soll der Patient nun „einen kleinen Prozentsatz des Arzthonorars selbst zahlen. Das ist eine Selbstbeteiligung, die von den Kassen eingezogen wird. Ich könnte mir einen Anteil von maximal zwei Prozent bei jeder Behandlung vorstellen. Das ist absolut machbar.“ Um chronisch kranke Patienten zu schützen, schlug Heinz eine Regelung vor, „wonach der Prozentsatz der Selbstbeteiligung sinkt, je mehr Behandlungen ein Patient braucht“.

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Quelle:  Handelsblatt Online
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