Rücktrittsgedanken : Jens Weidmann muss durchhalten!

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KommentarRücktrittsgedanken : Jens Weidmann muss durchhalten!

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Tritt auch Bundesbankpräsident Weidmann zurück? Im Streit um den Kurs der Europäischen Zentralbank in der Euro-Krise hatte er sich bisher wacker geschlagen und das schlimmste verhindert

von Anne Kunz

Fordert die Euro-Krise ihr nächstes Opfer? Tritt nach Axel Weber und Jürgen Stark nun Jens Weidmann zurück?  Für die Deutschen wäre dieser Schritt fatal: Der Bundesbank-Chef muss bleiben.

Im Streit um den Kurs der Europäischen Zentralbank in der Euro-Krise hat sich Bundesbankpräsident Jens Weidmann bisher wacker geschlagen und das schlimmste verhindert. Wäre Weidmann nicht, hätte die EZB schon längst im großen Stil spanische und italienische Staatsanleihen gekauft, die maroden Staatshaushalte vieler Euro-Länder über die Notenpresse saniert und den Weg zu einer inflationsgefährdeten Transferunion beschleunigt. 

Weidmann hat eisern für eine stabilitätsorientierte Währungsunion mit einer Notenbank nach Vorbild der Bundesbank gekämpft. Vom Ausland ist er dafür stark angegriffen worden, im EZB-Rat war er mit seiner Meinung oft isoliert. Doch er ließ sich nicht beirren. Jetzt ist er müde. In den letzten Wochen habe er laut Informationen der Bild-Zeitung mehrfach ernsthaft seinen Rücktritt erwogen - auch im engsten Kreis der Bundesbank-Spitze. Weidmann wäre nicht der erste Deutsche, der das Handtuch wirft. Bereits sein Vorgänger Axel Weber und der deutsche Ex-Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, waren im Streit über den Kurs in der Krise zurückgetreten.

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Doch Weidmann muss bleiben. Auch wenn sein Kampf oft aussichtslos scheint, für einen stabilen Euro ist Weidmann jetzt wichtiger denn je: EZB-Chef Mario Draghi hat ein umfangreiches Anleihenkaufprogramm in Aussicht gestellt.  Es soll für Länder gelten, die sich unter den Euro-Rettungsschirm begeben und sich im Gegenzug zu Reformen verpflichten. Sollte die EZB tatsächlich in hohen Volumina Staatsanleihen kaufen, wäre die Staatsfinanzierung über die Notenpresse endgültig beschlossene Sache. Da die Ankäufe an wirtschaftspolitische Auflagen geknüpft wären, wäre damit auch die Trennung zwischen Fiskal- und Geldpolitik passé. Weidmann muss das verhindern. In der kommenden Woche muss der Bundesbank-Chef im EZB-Rat gegen das geplante Aufkaufprogramm für Staatsanleihen kämpfen und das schlimmste verhindern. Der Euro braucht Weidmann.

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