
HB PARIS. Bei der Wahl in sechs Wochen werde er sich nicht um eine dritte Amtszeit bemühen, sagte Chirac am Sonntagabend. In seiner zehnminütigen Fernsehansprache rief er seine Landsleute auf, an einem starken Europa mit zu bauen, den Extremismus zu bekämpfen und an die eigenen Stärken zu glauben. Er habe sein ganzes Herz und seine ganze Kraft in den Dienst Frankreichs gestellt, sagte Chirac. Bereits als 44-Jähriger wurde er Premierminister, im Élysée-Palast regiert Chirac seit zwölf Jahren. „Mit dem Ende meines Mandates kommt der Moment, Ihnen auf andere Weise zu dienen“, sagte der 74-Jährige. Sein Verzicht war in Paris erwartet worden: Nach dem gescheiterten Referendum über die EU-Verfassung hat Chirac schon vor zwei Jahren stark an politischem Gewicht verloren. Bereits im Januar hatte seine bürgerliche Partei UMP den Rivalen, Innenminister Nicolas Sarkozy, zu ihrem Kandidaten nominiert. Chirac ließ am Sonntag offen, ob er Sarkozy nun im Wahlkampf unterstützen werde. Als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft nannte Chirac das Ringen gegen jede Form des Extremismus und für den sozialen Zusammenhalt. Er sprach seinen Landsleuten Mut zu: Das französische Modell müsse auch in der Zeit der Globalisierung nicht aufgegeben werden, wenn es reformiert werde. „Wir müssen die neue Welt nicht fürchten, wir müssen ihr unseren Stempel aufdrücken.“
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