Denken lohnt sich

Die ProSiebenSat.1 Group hat das Jahr 2010 erfolgreich abgeschlossen. Anfang März veröffentlichte das Unternehmen ein Umsatzplus. Neben Lizenzprogrammen und Stefan Raab-Events trugen unter anderem deutsche Produktionen wie „Die perfekte Minute“, „Danni Lowinski“, „Säulen der Erde" oder „Galileo“ bei, meldet das Unternehmen. Allerdings schneiden Sat.1 und ProSieben mit lediglich zwei erfolgreichen Formaten ziemlich mau ab. Wir zeigen Ihnen die erfolgreichsten TV-Formate im Zeitraum August 2010 bis Ende Januar 2011.
Foto: dpa
Quelle: Kress Report

Selbst seriöse Zeitungen berichteten dank prominenter Teilnehmer wie Ex-Apo-Opa Rainer Langhans breit über die jüngste Ausgabe des Dschungel-Ekel-Spinnen-und-Maden-essen-Formats, mit dem RTL im vergangenen halben Jahr die meisten Zuschauer vor die Glotze lockte.
Das "Dschungelcamp" lief bei RTL, die durchschnittliche Reichweite betrug 4,66 Millionen, die Zuschauerquote (Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren) lag bei 41,8 Prozent.Foto: dpa

Die Leute stehen drauf – wer Rhönradfahren kann oder ähnliche versteckte Talente besitzt, dem winkten bei der RTL-Show hohe Geldpreise und ein paar Minuten Fernsehruhm.
"Das Supertalent" ist eine RTL-Produktion, die Zuschauerquote lag bei 37,5 Prozent.
Foto: dpa

Wirklich ernsthaft kann eigentlich kein Kandidat mehr glauben, tatsächlich nach überstandener RTL-Show zum Musikstar zu werden. Dennoch bewerben sich immer wieder Hunderte um das zweifelhafte Privileg, von Dieter Bohlen gemobbt zu werden.
Die Zuschauerquote lag bei 34 Prozent.
Foto: dapd

Wenigstens mit der aufwendigen zweiteiligen Verfilmung des Bestsellers von Ken Follett brach Sat.1 in die Phalanx der RTL-Sendungen ein.
Die Zuschauerquote lag bei 34 Prozent, die Reichweite bei 3,44 Millionen.
Foto: rtr

Landwirte, die nach Gattinnen fahnden, hatten auch im vergangenen halben Jahr vielleicht nicht viel Glück in der Liebe, ihr oft glückloses Werben stand aber immerhin hoch in der Gunst des Publikums.
Die durchschnittliche Reichweite der RTL-Produktion betrug 3,41 Millionen. Die Zuschauerquote lag bei 24,6 Prozent.An den Stellen sechs bis acht rangierten ebenfalls Produktionen von RTL. Auf dem neunten Platz lag der "Tatort", Platz zehn ging an "Wetten dass?". Die Ränge elf bis vierzehn belegten RTL-Produktionen.
Foto: dpa

Erst auf Platz 15 der in der Werbezielgruppe erfolgreichsten TV-Formate folgt der erste ProSieben-Beitrag: der unverwüstliche Stefan Raab beschert den Münchnern mit seiner Show und vollem Körpereinsatz einen Achtungserfolg.
Die durchschnitliche Zuschauerquote liegt bei 23,8 Prozent, die Reichweite bei 2,54 Millionen.
Foto: dapd
Die ProSiebenSat.1 Group hat das Jahr 2010 erfolgreich abgeschlossen. Anfang März veröffentlichte das Unternehmen ein Umsatzplus. Neben Lizenzprogrammen und Stefan Raab-Events trugen unter anderem deutsche Produktionen wie „Die perfekte Minute“, „Danni Lowinski“, „Säulen der Erde" oder „Galileo“ bei, meldet das Unternehmen. Allerdings schneiden Sat.1 und ProSieben mit lediglich zwei erfolgreichen Formaten ziemlich mau ab. Wir zeigen Ihnen die erfolgreichsten TV-Formate im Zeitraum August 2010 bis Ende Januar 2011.
Foto: dpa
Quelle: Kress Report
Und beim Programmangebot selbst schlagen doch ebenfalls viele die Hände über dem Kopf zusammen. Es werden unter anderem riesige Summen für Champions League Rechte ausgegeben.
Das stimmt. Auch hier müssen die Kontrollinstanzen viel stärker greifen. Es geht nicht, dass Rundfunkräte erst nach der Unterzeichnung derartiger Verträge informiert werden. Privatwirtschaftliche Einrichtungen haben auch ständig Controller oder Berater im Haus, das muss es bei den Öffentlich-Rechtlichen auch geben. Inhaltlich müssen die Sender endlich wieder Qualität produzieren und sich von der Quote lösen. Sie müssen innovativer sein und experimenteller. Es kann doch nicht sein, dass erst jemand von den Privaten kommen muss, um den Song Contest neu zu beleben. Da kann man auch mal selber denken.
Bild: dpa/picture alliance„hart aber fair“ mit Moderator Frank Plasberg
Das WDR-Urgestein hat mit seiner seit 2001 laufenden Talkshow eine feste Fangemeinde. Nur acht Prozent der im Auftrag des „Focus“ vom Meinungsforschungsinstitut Emnid befragten Deutschen würden auf Plasberg verzichten wollen. Dafür setzt sich sein montäglicher Talk durch kurze Einspielfilme, die Zuschaueranwältin Brigitte Büscher und den unaufgeregten Stil von Plasberg auch zu deutlich ab.
Bild: dpa„Günther Jauch“
Jeden Sonntag nach dem ARD-Krimi empfängt Jauch 60 Minuten lang unter dem Motto „Der Polittalk aus dem Herzen der Hauptstadt“ Gäste im Berliner Gasometer. Dabei ist das Thema Politik keine allzu strenge Vorgabe, auch gesellschaftliche Aspekte werden behandelt. Nur acht Prozent der Deutschen würden darauf verzichten wollen.
Bild: Screenshot„Menschen bei Maischberger“ mit Moderatorin Sandra Maischberger
Im September 2003 übernahm die Münchener Journalistin den Sendeplatz von Alfred Bioleks Sendung „Boulevard Bio“ am Dienstagabend. Bei „Menschen bei Maischberger“ stehen traditionell eher gesellschaftliche Themen und Diskussionen im Vordergrund. 16 Prozent der 1006 Befragten könnten darauf verzichten.
Bild: dpa/picture alliance„Anne Will“
2007 startete der Polit-Talk unter dem Slogan „Politisch denken, persönlich fragen“ auf dem sonntäglichen Sendeplatz von Sabine Christiansen, seit Jauchs Rückkehr läuft die Sendung mittwochs um 22.45 Uhr. Anne will auf jeden Fall noch, dafür würden aber 17 Prozent der Zuschauer auf die Talkshow verzichten können.
Bild: NDR/Morris Mac Matzen„Beckmann“ mit Moderator Reinhold Beckmann (hier mit Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg)
Wenn es nach den deutschen Zuschauern geht, ist das „persönliche, konzentrierte Gespräch mit prominenten und ungewöhnlichen Gästen“ ein Auslaufmodell: 21 Prozent würden die Sendung am Donnerstag - hier mit Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg als Gast - nicht vermissen.
Bild: picture alliance / dpadpa picture allianceKritik an der Talkshow-Schwemme im Ersten hatten zuletzt noch Bundestagspräsident Norbert Lammert und der der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) geäußert: Die Flut von Talkshows sei problematisch für das politische Urteilsvermögen der Bevölkerung, sagte Lammert am Dienstag bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen des Berliner Presse Clubs. „Das Format schließt aus, dass die Sachverhalte ernsthaft diskutiert werden.“
Zuvor hatte bereits die Vorsitzende des WDR-Rundfunktrats Ruth Hieronymi gefordert, die Zahl der Talkshows zu reduziern. „Der Rundfunkrat hat ja schon, als die fünf Talkshows gestartet sind, die Sorge geäußert, dass das zu viel sein könnte“, sagte sie. Diese Bedenken hätten sich bestätigt.
„hart aber fair“ mit Moderator Frank Plasberg
Das WDR-Urgestein hat mit seiner seit 2001 laufenden Talkshow eine feste Fangemeinde. Nur acht Prozent der im Auftrag des „Focus“ vom Meinungsforschungsinstitut Emnid befragten Deutschen würden auf Plasberg verzichten wollen. Dafür setzt sich sein montäglicher Talk durch kurze Einspielfilme, die Zuschaueranwältin Brigitte Büscher und den unaufgeregten Stil von Plasberg auch zu deutlich ab.
Dennoch ist die Stimmung in der Bevölkerung in Bezug auf GEZ und Strukturen der öffentlich-rechtlichen Sender extrem negativ. Man kann dem System zudem nicht entrinnen. Glauben Sie ernsthaft, dass das funktionieren wird?
Wenn Sendungen gut gemacht sind, dann funktioniert es. Das zeigen Beispiele wie die Heute-Show oder ZDF History „Die Geschichte der Deutschen“. Da macht dann selbst schwere Kost Spaß. Das würdigen auch die Beitragszahler.
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Alle Kommentare lesen04.05.2013, 14:32 UhrRegistrierter Benutzer:awtwahl
Unsere Regierung und somit Frau MERKEL scheint diese kriminelle Abzocke nicht zu stoeren, was aber ist wenn jeder seine Einzugsermaechtigung widerruft ? gibt's in dieser BRD dann eventulell einen "Zwangseinzug", hier ist ja alles moeglich !
01.04.2013, 15:54 UhrAnonymer Benutzer:Detlev_Wulff
Der ÖR gehört privatisiert und sollte sich an der Entschuldung des Staates durch steuerbare Erträge beteiligen, wer die Programme sehen mag soll dafür zahlen und ich zahle nicht, weil mir nichts davon gefällt. Ich mache Musik und habe keine Zeit zum schauen flimmernder Bilder, denn ich mache mir mit meinen Freunden eigene Bilder musikalische Medien, die nur für uns und unser privates Pu8blikum da sind.
21.03.2013, 19:54 UhrAnonymer Benutzer:Rutschow
.....nicht zu vergessen, dass die Städte und Kommunen mit drastisch erhöhten Gebühren belastet werden und das ist kontraproduktiv denn tagtäglich wird dem Bürger gesagt, dass für Instandhaltung der Infrastruktur auf Grund der angeordneten Sparmaßnahmen kein Geld vorhanden ist. Nun kommt der Bund (GEZ) und verlangt von den Kommunen (d.h. von den Bürgern) höhere Gebühren ohne eine adäquate Gegenleistung denn die Anzahl der Fernsehempfänger in den öffentlichen Häusern dürfte sich kaum erhöht haben. An diesem Beispiel ist besonders deutlich zu erkennen, dass dem Bund keine noch so infame Maßnahme zu schade ist um uns zu schröpfen.
P.S. Anerkennung dem Bürgermeister von Idar-Oberstein(?) der sich weigerte, diesen Raubrittern Einwohnerlisten zu übermitteln!