Rundfunkrätin Verpoorten: Die Höchstgrenze ist erreicht

Rundfunkrätin Verpoorten: "Den nächsten Volksaufstand organisiere ich mit"

Die Höchstgrenze ist erreicht

Bei der Kritik an der GEZ reagieren die Verantwortlichen auch nicht gerade souverän. Was halten Sie denn von der Zwangsabgabe?

Ich bin grundsätzlich für ein öffentlich-rechtliches System, wie wir es in Deutschland verankert haben. Für eine Finanzierung bin ich auch, wenn sie verhältnismäßig ist. Denn man muss die Abgabenbelastung auch immer im Verhältnis zur sonstigen Belastung des Bürgers sehen. Da ist bei 17,98 Euro eine Höchstgrenze erreicht.

Diese Haushaltsabgabe, wie sie genannt wird, wird sich aber 2015 wieder erhöhen, liest man.

Ja, und den Volksaufstand, den es dann geben wird, werde ich mit organisieren.

Was halten Sie denn für einen verhältnismäßigen Beitrag?

Ich wage da keinen Schnellschuss, aber Fakt ist, dass die Rundfunkanstalten und Sender im Verhältnis zu den garantierten Geldern ihrem Qualitätsauftrag viel zu wenig nachkommen und sich viel zu lange auf ihrem garantierten Fortbestand ausgeruht haben.

Was muss sich ändern?

Geld ist im Überfluss vorhanden. ARD und ZDF sind verpflichtet, endlich den Nachweis zu führen, dass sie mit den ihnen zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln sparsam und wirtschaftlich umgehen. Was in der Öffentlichkeit – zum Beispiel über Moderations-Verträge – bekannt wird, lässt aber eher das Gegenteil vermuten. Es ist nicht die Aufgabe der Gebührenzahler, derartige Extravaganzen zu finanzieren. Hier sind die Sender verpflichtet, Einsparungen an anderer Stelle vorzunehmen. Gleiches gilt auch für öffentlich-rechtliche Angebote im Bereich der neuen Medien. Auch hier muss die Regel gelten, dass die finanziellen Mittel durch Umschichtungen im Bereich der bisherigen Etats, nicht aber durch den Griff in die Taschen der Gebührenzahler aufgebracht werden.

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Kommentare | 36Alle Kommentare
  • 21.12.2012, 16:31 Uhrwulff

    Ei, Ei, Ei, Verpoorten.
    Recht hat sie.
    Wenn bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht die sehr guten Digital-Programme und Arte, Phoenix (teilweise), 3sat etc. dabei wären, wäre der GEZ-Beitrag vollkommen falsch investiert.

    Am schlimmsten aber treiben es die Privaten.
    Deswegen habe ich die aus der Senderliste gelöscht.

  • 21.12.2012, 18:09 UhrMargrit

    Bei diesem Volksaufstand mache ich auch mit.
    Mehr als 17 € Gebühr sind zu viel. 10 € würden völlig genügen.
    Es kann doch nicht sein, dass z. B. eine Anne Will pro Auftritt 80.000 € bekommt, ein Jauch um ein vielfaches mehr. Wo leben wir denn? Das verdient ein Dipl.-Ing. oder Wissenschaftler z. T. nicht mal im Jahr
    Die Millionen-Finka der Christiansen haben auch wir Bürger bezahlt.
    Das alles steht in keinem Verhältnis mehr zu normalen Menschen die verantwortungsvolle Berufe haben
    Und dieses Theater um Gottschalk und wahrscheinlich wiede ein Angebot welches in die Mios geht, ist nicht mehr zu vertehen und zu akzeptieren.
    Sowohl die Sendung Wetten das, als Gottschalk selbst, sind abgenudelt und das muß begriffen werden. Auch von Gottschalk selbst. Er begreift irgendwie nicht, dass seine Zeit rum ist.
    Er macht sich selbst zur lächerlichen Figur
    Und das Programm der Öffentl.-Rechtlichen ist z. T. untr aller Sau.
    Also Shluß udn vor allem muß gegen diese Zahlungs-Diktatur geklagt werden und sind wir schon wieder in einer Diktatur?

  • 21.12.2012, 18:21 UhrMediamind

    Eine Idee, die nur das Beste wollte – und das Gegenteil schafft. Der ÖR Rundfunk wurde nach dem Dritten Reich zur Sicherung der unabhängigen Pluralität geschaffen „Staatsferne“ war oberste Maxime. Daraus entwickelt hat sich eine jeder demokratischen Kontrolle entzogene Feudal-Medienmacht, die exakt die gewünschte gesellschaftliche Pluralität unterwandert. Das Überleben publizistisch relevanter privater Sender/-Formate, Zeitungen (FTD, Fr Rundschau!) oder Web-Angebote im Wettbewerb zu einer 10 Milliarden-Medienmaschine, die frei von Finanzierungssorgen ungezügelt expandiert, das ist schlicht aussichtslos.
    Und die Staatsferne? Die ist tatsächlich gegeben: bei der Finanzierung! Gewollt war aber eine redaktionelle Nähe zur Politik zu verhindern. Dies wird mittlerweile gänzlich ungeniert durch direkte Personalentscheidungen und diverse Personalrochaden (Regierungssprecher v Fr. Merkel, Intendant BR, ZDF Chefredaktion, etc.) ad absurdum geführt. Das Gegenteil des Gewollten wurde erreicht!!

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