Saarland: Ende der Jamaika-Koalition hilft altem Schröder-Kumpel

Saarland: Ende der Jamaika-Koalition hilft altem Schröder-Kumpel

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Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) verkündete das Ende der Jamaika-Koalition.

von Andreas Wildhagen

Eine mögliche Große Koalition im Saarland erhöht die Chancen von Werner Müller auf den Posten des Stiftungschefs der RAG.

Die abrupte Beendigung der saarländischen Jamaika-Koalition, bestehend aus CDU, FDP und Grünen, die CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer heute einleitet, verhilft andernorts einem alten Fahrensmann des Altkanzlers Gerhard Schröder (SPD) möglicherweise zu einer späten Karriere-Renaissance. Er könnte 500 Kilometer nördlich von Saarbrücken, im nordrhein-westfälischen Essen, bald die Geschicke einer wohl bald mächtigen, industriepolitischen Stiftung führen.

Werner Müller,  früherer Wirtschaftsminister unter der rotgrünen Kanzlerschaft Gerhard Schröders war bald nach der Abwahl 1998 Chef des Essener Mischkonzerns Ruhrkohle AG (RAG) geworden. Schließlich schrieb sich der parteilose, aber strikte Schröder-Freund Müller in das Wirtschaftsgeschichtsbuchs des Ruhrgebiets ein, indem er die RAG völlig neu ordnete. Diese vereinte  neben dem Chemiekonzern Degussa auch noch die verbleibenden Steinkohlebergwerke in Deutschland unter ihrem Dach. Müller gründete die RAG-Stiftung, die fortan die zur Evonik gewandelten Degussa zu ihren Beteiligungen zählte, 70 000 Bergarbeiterwohnungen an der Ruhr und den Auslaufbergbau, der 2018 endgültig zu Grabe getragen wird.

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Veränderungen in der Stiftung

Dabei gab es ein Politikum, das heute wieder aktuell wird: Die Konstruktion der RAG-Stiftung war Werner Müllers Werk, nur Stiftungschef konnte er nicht werden, weil im Stiftungskuratorium die Ministerpräsidenten der Länder ein gewichtiges Wort mitzureden haben, wer an der Spitze der RAG-Stiftung steht. Müller jedenfalls nicht, so die Entscheidung der bisherigen Machtkonstellation, der Ministerpräsidenten der Bergbauländer, die im Kuratorium der RAG-Stiftung viel Einfluss haben.

Die bisherige Konstellation kann sich mit dem Ende von Jamaika im Saarland nun ändern. Der Stiftungs-Spitzenposten wird nämlich im Frühjahr frei, wenn der jetzige Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking in Pension geht. Die saarländische CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, die gerade Grüne und FDP aus der Koalition wirft, gehörte bisher dem Anti-Müller-Lager im Kuratorium der Stiftung an. Damals, als Müller die Krönung seines energiereichen Lebenswerkes – er war auch mal Spitzenmanager beim E.On-Vorgänger Veba – verwehrt wurde, waren es die CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers aus Nordrhein-Westfalen  und damals Peter Müller, ebenfalls CDU, aus dem Saarland, die dem anderen, parteilosen, so doch SPD-geneigten Müller den Zutritt zur RAG-Plattform entgegenstanden. Sie wollten in Essen keine industriepolitische Nebenregierung eines früheren Schröder-Wirtschaftsministers.

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