Saisonarbeiter: Bauern warnen vor höheren Preisen durch Mindestlohn

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Saisonarbeiter: Bauern warnen vor höheren Preisen durch Mindestlohn

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Ein rumänischer Saisonarbeiter sticht Spargel. Die Löhne liegen meist deutlich unter dem von der Regierung angestrebten Mindestlohn.

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde könnte die Preise für Obst und Gemüse in die Höhe treiben. Nach Angaben von Agrarverbänden könnten die Preise um bis zu 30 Prozent steigen.

2015 könnten die Preise für Lebensmittel deutlich steigen. Bis zu 30 Prozent mehr für Obst und Gemüse erwarten Wirtschaftsverbände aus der Agrarbranche, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. Man müsse davon ausgehen, dass besonders Erdbeeren und Spargel teurer werden. Der Grund: Hier werden vor allem billige Saisonarbeiter eingesetzt. Und auch für sie soll der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gelten. Die Experten erwarten laut der SZ-Umfrage Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent, wenn die Bundesregierung den angekündigten Mindestlohn Anfang nächsten Jahres einführt.

Etwa 330.000 Saisonarbeiter, etwa aus Polen, Rumänien und anderen Ländern Osteuropas sind in Deutschland im Einsatz, um Produkte wie Spargel, Erdbeeren oder Gurken zu ernten. Im Durchschnitt erhalten sie laut dem Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) nur einen Stundenlohn von 6,50 Euro. In anderen Regionen Deutschlands liegt der Lohn noch niedriger.

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Die Preissteigerungen von "20 bis 50 Cent mehr" ließen sich sicher an Verkaufsstellen wie Hofläden oder Märkten noch durchsetzen, hier seien die Verbraucher Preisschwankungen gewohnt. Probleme könne es jedoch in der Konservenindustrie und im Handel geben. Hier liefen die Anbieter Gefahr, dass der Handel die Aufträge an günstigere Anbieter, etwa aus Griechenland, Spanien oder Peru vergebe, fürchten der VSSE und der Deutschen Bauernverbands (DBV). Sie fordern daher eine schrittweise Anpassung der Löhne bis 2016.

Auch ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hatte erst vor wenigen Tagen gewarnt, die Einführung des Mindestlohns könne die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gefährden. „Die Beschlüsse zum Mindestlohn werden die gesamte Lohnskala hochdrücken und Deutschland wieder in eine reale Aufwertung treiben, weil die Gewerkschaften und die Marktkräfte versuchen werden, die alten Lohnabstände zu verteidigen. Damit wird die mühsam errungene Wettbewerbsfähigkeit wieder gefährdet“, sagte er.

Hans-Werner Sinn Mindestlohn bedroht Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht durch die Einführung des Mindestlohns die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Wirtschaft bedroht.

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