Salafismus: Mitarbeiter von Beratungsstelle unter Extremismusverdacht

Salafismus: Mitarbeiter von Beratungsstelle unter Extremismusverdacht

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Salafismus: Mitarbeiter von Beratungsstelle unter Extremismusverdacht

Wer junge Menschen vor radikalem Islamismus schützen soll, muss die Szene gute kennen. Doch müssen die Berater selbst natürlich neutral sein. Bei zwei Mitarbeitern in Hessen gibt es nun Zweifel.

Zwei Mitarbeiter der hessischen Beratungsstelle gegen salafistische Radikalisierung stehen im Verdacht, Kontakte zur islamistischen Szene zu haben. Bis die Vorwürfe geklärt seien, dürften die Frau und der Mann nicht mehr für das Präventionsnetzwerks VPN im Einsatz sein, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag in Wiesbaden. Zuvor hatte der Radiosender hr-INFO über den Fall berichtet.

Naturgemäß seien die Mitarbeiter des Violence Prevention Network (VPN) mit radikalisierten Personen sowie in einem extremistischen oder extremistisch beeinflussten Umfeld tätig, erklärte der Sprecher. Auch arbeiteten viele VPN-Mitarbeiter privat ehrenamtlich in Moscheegemeinden, um dort möglichen extremistischen Tendenzen entgegenzutreten und aktive Jugendarbeit zu betreiben.

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Gerade weil es sich dabei aber um eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe in einem schwierigen Umfeld handele, verlange das Land Hessen die uneingeschränkte Akzeptanz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. „Wir erwarten selbstverständlich, dass VPN keine Extremisten beschäftigt“, betonte der Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU). Alle Mitarbeiter der Beratungsstelle sollen nun einer neuerlichen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden, wie der Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU) mitteilte.

De Maiziere Bundesinnenminister verbietet Salafisten-Verein

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat eine große salafistische Vereinigung aufgelöst. Bundesweit wurden in rund 60 Städten Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durchgeführt. Es soll das zweitgrößte Verbotsverfahren sein.

„Mit der Koranübersetzung in der Hand werden Hassbotschaften und verfassungsfeindliche Ideologien verbreitet und Jugendliche mit Verschwörungstheorien radikalisiert“, sagte de Maiziere. Quelle: dpa

VPN-Geschäftsführer Thomas Mücke nahm die beiden Mitarbeiter in Schutz. Eine salafistische Haltung sei undenkbar, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Alle 15 Mitarbeiter in Hessen würden sich nun natürlich einer erneuten Überprüfung unterziehen und alle Fragen der Behörden beantworten. Es sollte aber kein Klima des Misstrauens geschaffen werden, betonte Mücke. Unter den Mitarbeitern herrsche eine große Unsicherheit.

Violence Prevention Network ist ein Verbund von Fachkräften, die seit Jahren in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter tätig sind. Die „Beratungsstelle Hessen - Religiöse Toleranz statt Extremismus“ wurde im Juli 2014 eingerichtet. Sie wird mit 1,2 Millionen Euro Landesmitteln gefördert. Ziel des Präventionsnetzwerks gegen Salafismus ist es, mit jungen Menschen und ihren Angehörigen zusammenzuarbeiten, um eine islamistische Radikalisierung zu verhindern.

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