Schäuble zu Großbritannien: Exit vom Brexit? – „Die Briten würden auf offene Türen stoßen“

Schäuble zu Großbritannien: Exit vom Brexit? – „Die Briten würden auf offene Türen stoßen“

, aktualisiert 13. Juni 2017, 15:27 Uhr
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Der Bundesfinanzminister akzeptiert die Brexit-Entscheidung der Briten, hält sie aber für falsch.

Quelle:Handelsblatt Online

Wolfgang Schäuble hat die Hoffnung eigentlich aufgegeben, dennoch könnte er sich einen Verbleib Großbritanniens in der EU vorstellen. Der Finanzminister ist sich sicher: „Irgendwann werden sie den Brexit bereuen“.

BerlinNach dem Wahldebakel von Premierministerin Theresa May hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Tür für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union offen, sollten die Briten die Brexit-Entscheidung revidieren.

Vom ersten Tag an sei er mit seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond einig gewesen, dass die Entscheidung der britischen Wähler akzeptiert und der potenzielle Schaden des Brexits minimiert werden müssten, sagte Schäuble in einem Interview mit Bloomberg TV. Aber sollten die Briten „ihre Entscheidung ändern, dann würden sie natürlich auf offene Türen stoßen“. Dies schätze er als „nicht sehr wahrscheinlich“ ein.

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„Die britische Regierung hat erklärt, dass sie beim Brexit bleiben will. Wir akzeptieren diese Entscheidung aus Respekt.“ Aber Schäuble sagte auch: „Irgendwann werden sie es auch bereuen, in der späteren Geschichte werden sie auch wieder kommen – aber ob ich das noch erlebe, ist eine andere Frage“, sagte der 74-Jährige.

Spekulationen über eine Änderung der Brexit-Entscheidung seien nicht hilfreich. Er habe mit seinem britischen Amtskollegen Hammond einen Tag nach der Wahl über die „überraschende“ Wahlniederlage und das Wahlverhalten der jungen Wähler in Großbritannien und Frankreich gesprochen und erklärt, dass „es eine neue Gelegenheit gibt, Europa voranzubringen“. Theresa May hatte schon im März den Artikel 50 ausgerufen
und damit die Verhandlungsfrist von zwei Jahren eingeleitet. Jetzt bleiben nur noch knapp 22 Monate, um den Brexit auszuhandeln.

Der britischen Regierung müsse nach dem überraschenden Wahlausgang „ein paar Tage“ Zeit gegeben werden, um über die nächsten Schritte zu entscheiden, so Schäuble. Die „Verhandlungen werden jetzt beginnen“. Und „am Ende kommen wir immer zu vernünftigen Entscheidungen“. Darüber zu spekulieren sei es jetzt aber zu früh.

Schäubles Äußerungen sind die erste Reaktion des Ministers auf den Verlust der absoluten Mehrheit der konservativen Tories von Theresa May. Die Premierministerin in ihrer Partei unter Druck. Sie traf sich am Dienstag in London zu Gesprächen mit der Parteichefin der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP), Arlene Foster. Ein Sprecher Mays hatte am Montag betont, dass sich ihr Ansatz für die in Kürze beginnenden Brexit-Verhandlungen mit der EU nicht verändert habe. Dazu gehört Mays Drohung, notfalls auf ein Abkommen mit der EU zu verzichten, falls die Union London nicht ausreichend entgegenkomme.

Quelle:  Handelsblatt Online
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